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«Zweinaundorfer Teich bekommt neue Ufer» 
 
 
 


© Leipziger Volkszeitung vom Montag, 22. Dezember 2003

Zweinaundorfer Teich bekommt neue Ufer


Auch kleinere Gewässer entlang der östlichen Rietzschke sollen künftig dem Schutz vor Hochwasser dienen. Dazu hat das Amt für Umweltschutz einen Plan erstellt, der unter anderem die Sanierung des Zweinaundorfer Teiches und des Rückhaltebeckens Sellerhausen vorsieht. Außerdem soll noch der Teich im Stünzer Park eine Verbindung zur Rietzschke erhalten.Das Rückhaltebecken in Sellerhausen wurde bereits in diesem Jahr entschlammt. Gemäß dem Konzept sollen nun 2004 die anderen Gewässer folgen. Insgesamt entsteht an den drei Becken ein zusätzlicher Stauraum, der im Falle einer Flut 20.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen kann. Der Zweinaundorfer Teich hat dabei aber den geringsten Einfluss - er wird am Ende nur 1000 Kubikmeter Flutmassen fassen können.

Hannelore Schaaf vom Amt für Umweltschutz stellte soeben die Entwürfe für Zweinaundorf im Mölkauer Ortschaftsrat vor. Im Herbst 2004 werde das dortige Gewässer, das derzeit vom Angel-Fischer-Verein 1990 Mölkau bewirtschaftet wird, abgelassen, so die Projektleiterin. Der Schlamm am Boden sei mit Kohlenwasserstoff belastet und müsse auf eine Deponie gebracht werden, erläuterte Knut Kruse vom planenden Ingenieurbüro. Bis auf zwei Inseln werde auch das Schilf beseitigt.

Das entscheidende Nadelöhr im Notfall sei der Zufluss unter der Albrechtshainer Straße, wusste Schaaf: "Von den drei Rohren ist eines völlig verstopft, die anderen müssen durchgängiger gemacht werden." Ortschaftsrat Jens Schäffer wies darauf hin, dass die Wassermengen durch große versiegelte Flächen an der Russenstraße zugenommen hätten.

Kritisch sah Schäffer das Ansinnen, auch die Rohre um den Zweinaundorfer Teich herum zu erneuern. Die Rohre seien in den 70er Jahren nur für Schmutzwasser angelegt worden. Diese Hinweise schrieb sich die Projektleiterin auf. Obendrein solle noch ein neues Wehr am Ausgang des Teiches Schutz bei Flut bieten, sagte sie.

Der östliche Uferbereich wird laut den Entwürfen mit Steinen und Beton neu befestigt. Am Schluss erhält er eine Grasnarbe. Die Südböschung bekommt ebenfalls einen komplett neuen Aufbau, soll aber wie das westliche Ufer naturbelassen bleiben. Erst vor wenigen Jahren hatten Mitarbeiter des städtischen Betriebes für Beschäftigungsförderung (bfb) das Areal gestaltet. "Die Ufer wurden nur angeschüttet, der Stauraum also kleiner gemacht", schimpfte Schäffer über das damalige Tun, das nun korrigiert wird.

Stephanie von Aretin