Leipziger Volkszeitung Online Leipziger Volkszeitung Online
 
http://www.lvz.de
http://www.lvz.de/lvz-heute/60435.html
© 2003 LVZ-Online

«Maschendrahtzaun soll Stadtgut Mölkau schützen» 
 
 
 


© Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch, 30. Juli 2003

Maschendrahtzaun soll Stadtgut Mölkau schützen


Ein hoher Maschendrahtzaun zieht sich seit kurzem um die Schafkoppeln und den Maschinenpark am Gut Mölkau. "Unsere Tiere wurden misshandelt und Maschinen beschädigt", erklärt Hermann Moddemann den Grund. Das Gelände werde jetzt nachts abgeschlossen, um Tiere und Maschinen zu schützen.

Moddemann hatte das ehemals vom Leipziger bfb betriebene Stadtgut erworben, gab es inzwischen an Carola Karsuntke weiter und legt Wert darauf, nur als "Berater" zu fungieren. Am Wochenende bis zirka 23 Uhr, während der Woche bis etwa 21 Uhr seien Wege, Wald und Koppeln weiterhin frei zugänglich, versichert der "Berater". Danach werden die Tore am Maschinenpark und am Wald dicht gemacht. "Wir schließen ab, wenn der Gasthof zumacht", erklärt Moddemann die variablen Schließzeiten. Der neue Zaun unterbricht auch zwei viel genutzte Trampelpfade zum Gut, die von der Schulstraße über die Felder führten. Am Maschinenpark wurde zudem Stacheldraht als Schutz gegen das Überklettern gespannt.

"Mit tut es leid, dass die große Masse der Besucher, die den Vandalismus nicht zu verantworten hat, nun Schließzeiten und Umwege in Kauf nehmen muss", bedauert Moddemann. Er habe diese Schutzmaßnahmen anfangs nicht für notwendig gehalten. Nachdem aber Maschinenteile gestohlen und beschädigt, sogar Tiere misshandelt wurden, "mussten wir die Tore einsetzen, um die Sicherheit zu gewährleisten."

Zornig ist der Gutsherr auch über den Mülltourismus im Wald. "Mal eine Bananenschale oder ein Eispapier kann ich verkraften", sagt der Experte für ökologische Landwirtschaft. "Aber wir finden ganze Tüten mit halb zersetzten Abfällen." Die Müllkörbe für die Abfälle der Spaziergänger sollen jetzt allerdings wieder in regelmäßigen Abständen geleert werden. "Anfang der Woche haben wir uns mit dem Grünflächenamt geeinigt", so Moddemann.

St. von Aretin