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«Viele Mölkauer müssen sich weiter mit voll gelaufenen Kellern plagen» 
 
 
 


© Leipziger Volkszeitung vom Montag, 2. Juni 2003

Viele Mölkauer müssen sich weiter mit voll gelaufenen Kellern plagen


Das dramatische Wochenende im Januar ist allen noch gut im Gedächtnis: Die Nacht, in der Anwohner darüber wachten, dass der kleine Damm am Feldrain nicht brach; der Einsatz der Feuerwehr, die Kies und Sandsäcke brachte; die Furcht um den teuren Heizkessel im Keller, in dem das Wasser bereits einen halben Meter hoch stand.

Die Rede ist nicht von Grimma oder anderen Muldestädtchen, sondern vom Hommelweg in Mölkau. Dessen Anwohner haben das Pech, am Rand eines großen abschüssigen Feldes zu liegen. Auf dem gefrorenen Boden staute sich das Wasser zu riesigen Seen, lief bis in die Keller der weiter entfernt liegenden Osthöhe-Gebäude und überflutete die Kanalisation im ganzen Viertel. So wie den Mölkauern ging's in diesem Winter vielen Hausbesitzern in ländlichen Vororten um Leipzig.

Jetzt, einem trockenen Maitag und bei Licht betrachtet, schien eine Lösung des Problems nicht abwegig. Ortsvorsteher Volker Woitynek hatte Anwohner, Vertreter der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL), des Leipziger Tiefbauamtes, Stadtrat Christian Jonas und den Feldbesitzer zum Ortstermin geladen. Doch schon nach den ersten Sätzen war klar: Eine schnelle Abhilfe würde bei diesem Termin nicht gefunden werden und aus freien Stücken ist niemand bereit, größere Summen zu investieren.

Peter Radon, Teamleiter "Erschließung" bei den Kommunalen Wasserwerken - die in dem Gebiet erst kürzlich ein Kanalisationssystem verlegten - stellte klar, dass sein Unternehmen zu den Geschädigten gehörte. Jeder private Grundbesitzer müsse laut Gesetz darauf achten, dass Oberflächenwasser nicht wild von seinem Grund auf öffentliche Flächen abfließe. Die Abflussrohre seien nur für Schmutzwasser berechnet.

Der Feldbesitzer Alfred Steiner machte deutlich, dass ihm nur ein drei Hektar langer, schmaler Streifen am Straßenrand gehört. "Wenn die Stadt Leipzig das Gebiet endlich zum Bauland erklärt, bin ich auch bereit, in die Kanalisation zu investieren", stellte Steiner fest. Im Übrigen laufe das Wasser von der Kuppe des benachbarten Feldes herunter.

Die Straße wiederum, darin waren Anwohner und Tiefbauamt sich einig, war ebenfalls nicht an dem Wasserschwall schuld, obwohl sie von keinem Graben begrenzt wird. Über die lose Teerschicht könne Regenwasser gut versickern.

Probebohrungen sollen nun klären, wo auf dem Feld ein Auffangbecken sinnvoll sein könnte. Ortsvorsteher Volker Woitynek und Stadtrat Christian Jonas wollen sich um Kontakte zu einem Ingenieursbüro kümmern. Nur - wer die Bohrung bezahlt, das weiß noch keiner.

St. v. Aretin



 
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