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«Zu wenig Messestädter wollen mit Mölkauer Narren lachen» 
 
 
 


© Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 13. Februar 2003

Zu wenig Messestädter wollen mit Mölkauer Narren lachen


Heute Abend sollten im "Haus Leipzig" die Narren des Mölkauer Karnevalvereins die Herrschaft übernehmen. Doch wie schon die erste geplante Sitzung vor einer Woche wurde auch die zweite Schaffe storniert. Der Grund: Zu wenige wollen mit den Mölkauern lachen, Karten wurden kaum verkauft.

Krisensitzung bei Leipzigs größtem Karnevalsverein im Baalsdorfer Gasthof: Der Vorstand des Carneval Clubs Mölkau (CCM) tagte am Mittwoch bei Fassbrause, Kamillentee und Rotwein. "Auch die zweite Karnevalsveranstaltung im Haus Leipzig findet nicht statt", informiert Vereinsvorstand Georg Porstmann. Nur etwa zehn von 400 Karten seien verkauft worden. Lange Gesichter bei den Narren. Immerhin hatten sie sich proppevolle Säle ausgerechnet. Schließlich war daheim, im Mölkauer Gasthof "Zweinaundorf", bis jetzt jede närrische Sitzung restlos ausverkauft. "Die ganze Truppe ist enttäuscht", meint Porstmann. Die insgesamt 132 Mitglieder hatten sich auf den Auftritt gefreut. Tagelang wurde am Bühnenbild gesägt, gebohrt und gefeilt. Kinder- und Damenballett bereiteten sich in Extra-Übungsstunden vor.

Sind die Leipziger also Karnevalsmuffel? "Natürlich nicht", meint die Sprecherin des Vereins, Sybille Friedel. Zwar sei an der Pleiße nicht eine solch große karnevalistische Tradition wie am Rhein vorhanden, dennoch hätten auch die Leipziger Spaß am Fasching. "Der Rosensonntagsumzug oder die Zeremonie zum elften November auf dem Marktplatz beweisen das." Beim nächsten großen Umzugsspektakel am 2. März ab 14.30 Uhr durch die City sind die Mölkauer Narren natürlich dabei.

Für die große Abschlusssitzung am vierten März im "Haus Leipzig" wollen die Mölkauer Frohnaturen jetzt selbst die Werbetrommel rühren. "Wir werden in der ganzen Stadt Flugzettel verteilen und Plakate aufhängen", kündigte Porstmann an.

Er geht optimistisch in die Zukunft. Schon ganz andere Missgeschicke haben die Karnevalisten gemeistert. Da ist etwa die Geschichte mit dem Stromausfall. "Da haben wir bei Kerzenschein mit Klavier, Gitarre und Trompete weiter gemacht", erinnerte sich Porstmann. Er hat noch große Ziele. Wenn die Kongresshalle fertig ist, will er dort mit seinem Verein vor einem riesigen Publikum auftreten. Und in fünf Jahren will er Leipzig dazu gemacht haben, wofür Cottbus heute schon gehalten wird - einer Karnevalshochburg im Osten.

Karten für die Karnevalssitzung des CCM im Haus Leipzig gibt es für zehn Euro unter der Telefonnummer (0341) 9 82 19 25.

B. Böhme



 
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