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© Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 9. Dezember 2004

Gestatten: "Mölkauer Zickengestüt"


Nomen ist ja bekanntlich Omen. Im Fall von Sandra, Marie, Sandy und Luisa macht der Name allerdings einfach nur neugierig. Die Vier bilden zusammen das "Mölkauer Zickengestüt", eine Mädchenband. Wie sie zu diesem Namen kamen, das können sich die Mädels überhaupt nicht erklären.

Vier gut gelaunte Mädels stehen auf der Bühne im Gut Mölkau. Ihr erster großer Auftritt. Sie präsentieren das erste eigene Album - live. Deutsche Popmusik spielen sie, die ein bisschen an Yvonne Catterfeld erinnern - nur eben mit vier Stimmen, die sich hören lassen können. Von Gemeckere, von extravagantem Benehmen, von Biestigkeiten auf der Bühne keine Spur.

Dennoch haben Luisa, Sandy, Marie und Sandra einen markanten Namen: Sie sind das "Mölkauer Zickengestüt". "Wir wissen auch nicht so richtig, wie das zustande kam", sagt unschuldig die 16-jährige Marie. Bei Aufnahmen in Berlin habe sich ein Studiomitarbeiter den Namen überlegt. "Ja, und uns fiel auch nichts Besseres ein", fügt Bandkollegin Sandra hinzu.

Dabei sehen sich die Vier gar nicht als Zicken. "Wir sind Mädchen, da gehört das ja ein bisschen dazu", meint Sandy, "aber eigentlich verstehen wir uns super." Schließlich kennen sich die Freundinnen bereits aus der Schulzeit.

"Wir waren alle mal in einer Klasse", erzählt die 17-jährige Luisa. Auf dem Abschlussfest haben sie dann ihr musikalisches Können erstmals unter Beweis gestellt. "Wir haben ein Lied über unsere Schule komponiert", sagt Marie. Später kam noch ein Song über den Fußballverein, in dem Sandra und Luisa aktiv kicken, hinzu. "Und wir besingen auch unseren Heimatort Mölkau."

Damit auf der Bühne alles klappt, treffen sich die Mädchen einmal pro Woche für zweieinhalb Stunden zur Gesangsprobe. Dabei werden auch lustige Ideen geschmiedet: "Im Sommer haben wir auf dem Fußballplatz unser Lied über den SV Mölkau vorgesungen", sagt Sandy lachend. "Mitten im Song haben wir unsere Blusen aufgerissen und standen nur noch im BH vor den Jungs." Allerdings hatte jenes Wäschestück dann passend die Form von Fußbällen.

Leisten können sie sich's alle. Marie und Luisa haben allerdings schon einen festen Freund. Sandy und Sandra sind momentan noch solo. "Wir haben wenig Zeit", so Sandy. "Und ich würde auf keinen Fall das Singen aufgeben. Dafür macht's viel zu viel Spaß." Obwohl die Musik für das Quartett eigentlich nur ein Hobby ist, und auch die Platte eher in Eigenregie entstand.

"Wir lernen nebenbei auch noch richtige Berufe", schmunzelt Luisa. Sie selbst besucht derzeit eine Berufsfachschule, um später Krankenschwester zu werden. Die 17-jährige Sandy macht eine Lehre zur Bürokauffrau, Freundin Sandra möchte Physiotherapeutin werden. Einzig Marie drückt noch auf dem Gymnasium die Schulbank.

Abgesehen davon träumen aber alle vier auch von einer Musikkarriere. "Man muss es nur realistisch sehen", meint Marie. "Die Chance, einen großen Charterfolg zu haben, ist sehr gering." Dagegen einzuwenden hätten die Mädels aber nichts.

Linda Polenz



 
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