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«Neuer Bahnhof - neues Glück» 
 
 
 


© Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 9. Dezember 2004

Neuer Bahnhof - neues Glück


Nagelneue Bahnsteige, nagelneue Wetterhäuschen, nagelneue Lampen: Am Bahnsteig in Holzhausen legten Bauarbeiter diese Woche letzte Hand an und versetzten noch Lampenpfosten. Ab Sonntag verkehrt wieder die Eisenbahn auf der Strecke Leipzig-Geithain. Neigetechnikzüge der Connex-Tochter Lausitzbahn fahren dann die Haltepunkte bis Geithain an. Von Holzhausen bis zum Hauptbahnhof in Leipzig dauert die Fahrt 13 Minuten. Bis nach Geithain ist von Engelsdorf aus eine Dreiviertelstunde einzuplanen.

Ein Jahr lang kommen auch die Anwohner der kleinen Haltepunkte in Mölkau, Engelsdorf, Holzhausen und Liebertwolkwitz bis nach Bad Lausick in den Genuss eines Stundentaktes. Wenn allerdings die Regionalexpresszüge nach Chemnitz voraussichtlich ab Dezember 2005 wieder fahren, ist es mit dem Stundentakt vorbei. "Nach jetzigem Stand verkehren die Züge der Lausitzbahn dann im Wechsel mit der Bahn nur noch alle zwei Stunden", sagte Connex-Sprecher Matthias Roeser. Die Regionalexpresszüge halten jedoch nicht an den kleinen Haltepunkten.

"Im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes bezahlen die Fahrgäste je nach Tarifzone", sagte der Connex-Sprecher weiter. Die Fahrt von Leipzig nach Geithain kostet 5,50 Euro, zum Hauptbahnhof ist im Stadtgebiet die Straßenbahnkarte gültig.

Während die Liebertwolkwitzer bei einer kleinen Feierstunde am Mittwoch bereits einen Sonderzug einfahren sahen, ist den Holzhausener Ortschaftsräten das Umfeld des top-modernen Bahnsteigs noch ein Dorn im Auge. "Bis zur Straße ist ein kleines Stück des Aufgangs noch ungepflastert. Da müssen die Leute durch den Matsch gehen", sagte PDS-Rätin Brigitte Wagner. Auch Fahrradständer fehlten noch am Bahnsteig.

Mit den Besitzern des verlotterten Vorplatzes gibt es schon seit einiger Zeit einen scharfen Briefwechsel. "Denen fällt im Traum nicht ein, auf dem Gelände was zu machen, wenn wir ihnen kein Geld geben", erboste sich Ortsvorsteherin Ursula Grimm (CDU). "Dabei könnten die Eigentümer des Geländes zumindest das Grundstück in Ordnung halten."

Vor sechs Jahren hat die Deutsche Bahn sowohl das Bahnhofsgebäude als auch den Vorplatz, auf dem sich das Sühnekreuz für einen ermordeten Bauern befindet, an eine Malerfirma verkauft. "Wir wollen mit dem Betrieb selbst einziehen", erläuterte Geschäftsführer Tino Nebel. "Wenn die Finanzierung hinhaut, geht es 2005 los", sagte er. Hinweisschilder und Aktionen, den Vorplatz sauber zu halten, hätten bisher nie lange vorgehalten.

Für das Sühnekreuz sei wiederum das Kulturamt der Stadt zuständig, ist Ortsvorsteherin Grimm überzeugt. Doch auch dort fühlt sich derzeit niemand verantwortlich: "Denkmäler sind eigentlich nie auf Privatgrund aufgebaut, da ist beim Verkauf etwas schief gelaufen", so die zuständige Sachbearbeiterin Eva Steckel. Einen Ortswechsel, etwa zum Berggut, würde das Kulturamt jedoch beratend unterstützen.

Stephanie von Aretin



 
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