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«Gerätehausbau wieder aufgeschoben» 
 
 
 


© Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 23. September 2004

Gerätehausbau wieder aufgeschoben


Gleich zwei böse Überraschungen bereitet der Haushaltsplanentwurf 2005 den Mölkauer Feuerwehrfreunden. Wieder ist nur die Planung des neuen Gerätehauses vorgesehen - und kein Bau. Damit ist zudem klar: Anders als versprochen, ist die Planung des Gebäudes noch gar nicht Angriff genommen worden.

Erst einige Monate ist es her, da nahm die lange Geschichte des Feuerwehrgerätehauses in Mölkau einmal mehr eine dramatische Wendung: Als die Stadt im Frühjahr unerwartet weitere 20 Millionen Euro einsparen musste, stand auch das Gerätehaus auf der Streichliste. 105 000 Euro für die Planung waren vorgesehen, die sollten nun wegfallen. Die Mölkauer kämpften wie die Löwen und feierten einen Teilerfolg: 2004 werde wie vorgesehen geplant, das Geld dafür werde über eine Verpflichtungsermächtigung ein Jahr später verrechnet, konnte der damalige Stadtrat Christian Jonas (SPD) am Ende verkünden.

"Außer Spesen nichts gewesen"- scheint es nun. Denn wieder sind im Haushaltsplanentwurf 2005 nur die 105 000 Euro für die Planung eingestellt. Damit würde sich der Baustart für das Gerätehaus, der bereits seit 1997 Jahr für Jahr avisiert wird, um weitere zwölf Monate verschieben.

Christian Jonas, der in dieser Legislaturperiode nicht mehr für den Stadtrat antrat, kann seine Wut nur schlecht verbergen: "Die Planung ist in diesem Jahr wieder nicht fortgesetzt worden, das Geld wurde anderweitig verwendet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass noch nicht einmal ein Bau- und Finanzierungsbeschluss vorliegt," erklärt er sich die neuerliche Verschiebung. Noch vor einem Jahr war vorgesehen, den Bau 2005 zu beginnen. "Dafür waren 274 000 Euro vorgesehen", so Jonas.

Auch Ortsvorsteher Volker Woitynek (CDU) drängt nun einmal mehr darauf, dass "Wort gehalten wird". "Ein Modell wurde bereits im Ortschaftsrat vorgestellt", erinnert er. "Ich habe Angst, dass immer weiter geplant wird, bis das Gerätehaus «zerplant«ist." Zunächst will Woitynek nun eine Anfrage an den Oberbürgermeister stellen. "Wir wollen wissen, was mit dem Geld passiert ist, das nach der letzten Haushaltskonsolidierung fürs Gerätehaus gerettet wurde", sagt Woitynek. Zudem geht es um das weitere Verfahren. "Wir können nicht immer nur weiter planen", will der Ortschef ein klares Bekenntnis für den Neubau einfordern.

Bereits dieses Wochenende möchte die frisch gebackene SPD-Stadträtin Anke Kästner das Gerätehaus in der Fraktion ansprechen. "Ich bin dagegen, dass dort gekürzt wird, wo Ehrenamtliche engagiert sind. Auf Dauer verprellt man so die Leute", macht Kästner deutlich.

Im Brandschutzamt wurde bestätigt, dass die Planung in diesem Jahr nicht begonnen wurde, obwohl es eine Verpflichtungsermächtigung gibt. "Bisher existiert nur eine Vorplanung", so Abteilungsleiter Werner Laabs. Ordnungsbeigeordneter Holger Tschense stand für Anfragen nicht zur Verfügung.

Stephanie von Aretin



 
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