Leipziger Volkszeitung Online Leipziger Volkszeitung Online
 
http://www.lvz.de
http://www.lvz.de/lvz-heute/101812.html
© 2004 LVZ-Online

«Nachfolger schieben sich in 80 Jahre alte Gussleitungen» 
 
 
 


© Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 19. März 2004

Nachfolger schieben sich in 80 Jahre alte Gussleitungen


Rohr in Rohr schob sich in dieser Woche unter der Albrechtshainer Straße in Mölkau. Wie berichtet, sanieren die Kommunalen Wasserwerke dort eine Trinkwasser-Transportleitung. Dabei kommt die Technologie des so genannten Rohreinzugsverfahrens zum Einsatz. Bauleiterin Regine Schwartz nennt vor Ort die Vorteil dieses Vorgehens: "Die Straße muss nicht mehr wie bisher auf der gesamten Länge aufgegraben werden." Um die Rohre in einer Tiefe von 3,50 Metern unter die Erde zu bringen, wurde am Standort Albrechtshainer/Hermann-Sander-Straße eine zwölf Meter lange Baugrube ausgehoben. Per Kran werden die jeweils sechs Meter langen Gussrohre in diese Grube transportiert - eine Pressanlage schiebt sie dann mit einem Druck von 20 Tonnen in die alte Leitung, die zuvor mit Kettenschleudern und Druckreinigern entrostet und von innen metallisch blank hergerichtet wurde. Sie bietet mit 1,10 Metern Durchmesser ihrer nachfolgerin mit 90 Zentimetern genügend Platz.

Die rund 80 Jahre alte Trasse, die Trinkwasser vom Wasserwerk Thallwitz ins Leipziger System einträgt, hatte den Anwohnern und den Wasserwerken in den vergangenen Monaten immer wieder Ärger gemacht - war sie doch seit November gleich drei Mal gebrochen. "Nach der zweiten Havarie haben wir uns entschlossen, die für 2005 geplante Sanierung vorzuziehen", erläuterte Pressesprecherin Katja Storr.

Wenn die neuen Rohre zwischen den Standorten Am Klosterfeld und Am Handwerkerhof unter der Erde sind, werden die Baugruben wieder verfüllt.Wie Hans-Dieter Hoppe von der Leipziger Firma Logistic Consult mitteilte, wird es am 30. März 10 Uhr an der Albrechtshainer-/Hermann-Sander-Straße eine Mustervorführung geben. Die Baugrube wird dabei mit verflüssigtem Boden gefüllt, wobei dem entnommenen Erdreich Kalk, Zement und so genannter Compound beigemischt werden. Die Vorteile: Das Verdichten entfällt, und der Straßenbelag kann schneller wieder aufgebracht werden.

Andrea Richter



 
.