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Unter diesem Titel veröffentlichte der Verlag PRO LEIPZIG e.V. einen Querschnitt durch die Geschichte von Mölkau, bis 1998 eigenständige Gemeinde am Stadtrand von Leipzig. Mit viel Mühe und Sachkenntnis wurden Recherchen zur Geschichte, aber auch zur Architektur der Gebäude und zur früheren Kommunalpolitik des Ortes angestellt. Es entstand eine Broschüre, in der sich die Mölkauer und Zweinaundorfer wiederfinden und die ein Stück Ortsidentität bewahrt.
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Großstadtnähe und ländliche Beschaulichkeit, attraktive Wohnbebauung und denkmalgeschützte Gebäude, funktionierende Infrastruktur und moderne Gewerbesiedlungen - all das bietet Mölkau.
Wenn man in eine Ortschronik blättert, sind die Geschichten am Rande meist die unterhaltsameren. Mölkau macht da keine Ausnahme. Wer hat beispielsweise davon gehört, dass Ex-DDR-Chef Walter Ulbricht als Tischlergeselle in der Pianofortefabrik der Gebrüder Zimmermann gearbeitet und zeitweilig in Zweinaundorf gewohnt haben soll. Oder das Clara Wieck und Robert Schumann am Nachmittag ihres Hochzeitstages Zweinaundorf einen Besuch abstatteten. Oder dass die Einwohnerwehr unter Leitung des tapferen Schutzmanns Graul über drei Gewehre und 15 scharfe Patronen verfügte. Auch über den Polizei-Hauptwachmeister Kleinstück erfährt man unerhörtes: Seine Kehle soll sich vom häufigen Alkoholgenuss ganz blau gefärbt haben.
Und Schicksale hatten nicht nur die Mölkauer Bürger, sondern auch so manche Straßen des Ortes. So hieß die jetzige Sommerfelder Straße ursprünglich Stötteritzer-, in der Hitlerzeit Martin-Mutschmann-, nach 1945 Friedrich-Ebert-, bald darauf Stalin-, ab 1961 Ernst-Thälmann- und nach der Wende Chemnitzer Straße. Aber ist das wichtig?
Für die Ortsentwicklung mehr von Bedeutung war die zunehmende Industrialisierung Mölkaus im ausgehenden 19. Jahrhundert. Immerhin gehörte die Zimmermansche Pianofabrik zu den größten Klavierproduzenten Europas. Auch die Maschinenfabrik Robert Kiehle, die Lackfabrik Hermann Frenkel, das Chemiewerk Atlas Ago oder die Eisengießerei Rudolph Herrmann prägten das industrielle Zeitalter.
Bekannter aber war ein Gebrauchsartikel, den fast jeder benutzte: Mökol Alleskleber oder Kittifix. Hergestellt wurden die Klebstoffe bei Atlas Ago. Vorbei sind diese Zeiten.
Nach 1990 wurde Mölkau vor allem wegen seiner grünen und trotzdem großstadtnahen Lage besonders für Häuslebauer und "Stadtflüchtlinge" interessant. Die Einwohnerzahlen belegen das: Während noch am 1. Januar 1997 gut 4700 Einwohner zu Mölkau zählten, waren es zwölf Monate später bereits rund 5500.
Aber der Ort ist auch im produzierenden Bereich kein Brachland geworden. Zwei Gewerbegebiete sind entstanden: Der "Handwerkerhof" und "Am Bahndamm". Die angesiedelten Firmen nehmen übrigens den Begriff "ortsansässig" sehr ernst.
Die frühere Geschichte betreffend, hat Mölkau ein ähnliches Schicksal wie viele der benachbarten Dörfer: 1324 erstmals erwähnt, bekommt es Ende des 14. Jahrhunderts das Leipziger Thomaskloster zum Dorfherren. Die Landwirtschaft prägt den Ort für viele Jahrhunderte. Beschaulich ging es aber nicht immer zu: 1823 tobt hier die Völkerschlacht und verwüstet Mölkau. 1934 erfolgt der Zusammenschluss mit Zweinaundorf.
Für Leipziger ist der inzwischen eingemeindete Ort aber noch wegen zwei weiterer unterhaltsamer Fakten interessant: Hier zelebriert der Carnevalclub Mölkau jedes Jahr noch wirklich Närrisches und der Gasthof Zweinaundorf bietet für Oldie-Musikfreunde mehrmals im Jahr Rockpop-Prominenz aus den 60ern und 70ern. Dann er erklingen hier die munteren Hits der "guten alten Zeit" - in einem Ort, der die moderne Entwicklung nicht verschlafen hat.
| Mölkau feierte sein Heimatfest 2003 Vom 12. bis 14. September 2003 konnten die Mölkauerinnen und Mölkauer mit ihren Gästen das traditionelle Heimatfest zum 13. Mal feiern. Die Festwiese an der Gottschalkstraße bekam durch viele fleißige Helfer das Flair eines großen Volksfestes. |
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