Mölkauer Gemeindeblatt Mai 2005


Der Ortsvorsteher informiert:

Liebe Mölkauerinnen, liebe Mölkauer,

zu unserer Ortschaftsratssitzung im April waren leider nur wenige Gäste anwesend. Die Tagesordnung war wohl nicht von so großem Interesse für Sie. Nichts desto trotz möchte ich Sie kurz informieren.

Drei Schwerpunkte hatten wir vor allem zu besprechen.

1. Straßenreinigungszyklus in unserem Ortsteil

2. Weiterführung unserer Bibliothek

3. Nutzung der gewerblichen Flächen im Stadtentwicklungsplan

Zum Reinigungszyklus unserer Hauptverkehrsstraßen gibt es unterschiedliche Meinungen. Die Argumente der Stadtreinigung, die das Verkehrsaufkommen für die Häufigkeit der Reinigung zugrunde legt, haben uns zu der Entscheidung bewogen, den bisherigen wöchentlichen Zyklus beizubehalten.

Das Fortbestehen unserer Bibliothek ist leider immer noch nicht gesichert, jedoch gibt es verschiedene Alternativen, die derzeit geprüft werden. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen stehen den Nutzern nunmehr seit einem Jahr zur Seite, haben viel Engagement bei ihrer Arbeit bewiesen, Lesungen organisiert, Gelder für Neuanschaffungen "aufgetrieben" und können mittlerweile als "Profi" bezeichnet werden. Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich für die viele Arbeit bedanken und betonen, dass wir als Ortschaftsrat alles daran setzen werden, uns die Bibliothek zu erhalten.

Die Stadt Leipzig informierte uns über den Stadtentwicklungsplan "Gewerbliche Bauflächen". Interessenten stehe ich gerne zur Verfügung bzw. können Sie sich direkt mit dem Stadtplanungsamt in Verbindung setzen. Allerdings sind in unserem Ortsteil nur wenige freien Flächen ausgewiesen.

In unserer nächsten Ortschaftsratssitzung werden wir uns unter anderem mit der Vergabe der Brauchtumsmittel zu beschäftigen haben; außerdem ist über notwendige Investitionen 2006 nachzudenken, um zeitnah unsere Anträge bei der Stadt einzureichen.

Als kleinen Vorgeschmack auf die Fortsetzung unserer Ortschronik wird uns Herr Filling aus seinen Entwürfen eine Kostprobe liefern. Ich hoffe, ich habe Sie neugierig gemacht und freue mich auf Ihre Teilnahme. Die komplette Tagesordnung finden Sie auch in dieser Ausgabe.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Wonnemonat!

Ihr Volker Woitynek, Ortsvorsteher


Mölkau hat eine weitere Fußgängerampel

Seit dem 21. März 2005 wird in der Zweinaundorfer Straße am Schulhort eine Querungshilfe gebaut. Das Anliegen des Ortschaftsrates und letztlich vieler Mölkauer Bürger wird nun endlich in die Tat umgesetzt. Wichtig ist, dass vor allem die Schulkinder und die Senioren gefahrlos die vielbefahrene Zweinaundorfer Straße überqueren können. Das Projekt als Bestandteil des Schulwegesicherungskonzeptes der Stadt Leipzig musste aus finanziellen Gründen immer wieder verschoben werden. Die Fußgängerlichtsignalanlage wird auch für Sehbehinderte entsprechend ausgestattet sein. Am 3. Mai 2005 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. In Mölkau wird damit ein weiterer Gefahrenpunkt entschärft.

Volker Woitynek, Ortsvorsteher
Bau der Fußgängerampelanlage Bauzustand Mitte April 2005t


Der Zweinaundorfer Teich

Am 14. April wurde vom Amt für Umweltschutz, Frau Schaaf, der sanierte Zweinaundorfer Teich in Anwesenheit des Ortsvorstehers Volker Woitynek und Vertreter des bauausführenden Unternehmens sowie weiterer interessierter Bürger übergeben. Damit wurde der geplante Termin eingehalten. Die Gestaltung der Anlage um den Teich ist geschmackvoll und zweckmäßig, auch das Gitter am Auslaufbauwerk wurde noch eingebaut, so können bei Hochwasser keine Äste und größere Gegenstände in den Kanal unter der Gottschalkstraße und der nachfolgenden Wiese vor dem Gasthof Zweinaundorf gelangen und dort den Wasserweg versperren. Wir hoffen, dass die Sportfreunde vom Angel-Fischer-Verein Mölkau bald dieses Gewässer wieder bewirtschaften können. Voraussetzung dafür ist, dass sie im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für die Pachtung des Teiches bekommen. Der Mölkauer Ortschaftsrat befürwortet einen diesbezüglichen Antrag der Sportfreunde nachhaltig!

Dass trotz der angespannten Finanzlage der Stadt Leipzig die wichtigen Arbeiten zur Teichsanierung ausgeführt wurden, ist für uns ein Zeichen, dass sich in Mölkau doch etwas bewegt. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die gute Arbeit.

Ortschaftsrat Mölkau
Wasser marsch zur Flutung des Teiches So präsentierte sich der Teich zur Übergabe


Patenschaft für den Zweinaundorfer Park

Der Heimat- und Kulturverein Mölkau hat seine Mitgliederversammlung im März 2005 über die Bedeutung des Zweinaundorfer Parks beraten. Der Park mit dem Gut und den angrenzenden Feldfluren ist historisches Kulturgut und hat sich als grüne Oase mit hohem Erholungswert entwickelt.

Bereits um 1770 begannen die Erbin des Zweinaundorfer Rittergutes, Amalia Sophie geb. Schubarth und ihr Ehemann Carl Ferdinand Hommel mit der Umgestaltung des zum Rittergut gehörenden Auewaldes in einen Park in der Art des damals aktuellen englischen Landschaftsstils. Bis 1813 erfuhr so die Auenwaldlandschaft nördlich und östlich des alten Herrensitzes eine tiefgreifende Gestaltung. Unter Anlehnung an die großen ausländischen und deutschen Landschaftsgestalter entstand eine vorromantisch-sentimentale Parkanlage, die zwar nicht die Wertigkeit von Machern oder Wörlitz erlangte, aber typische Merkmale dieser Anlagen zeigte.

Diese gute Entwicklung fand mit der Völkerschlacht 1813 ein jähes Ende. Um die Orte Mölkau und Zweinaundorf wurden entscheidende Schlachten geführt. Besonders hartnäckig war der Kampf im Rittergutspark, wo um jeden Baum gerungen wurde. Der Park wurde restlos zerstört. Die Nachkriegsjahre taten ihr Übriges. Die letzten lebenden Zeugen aus dieser Zeit sind die alten Platanen am Gutshaus sowie die Platanengruppe an der Nordseite der großen Parkwiese.

Erst nach 1854, als der Leipziger Kaufmann Friedrich Wilhelm Kelbe das stark beschädigte Rittergut erworben hatte, erfuhr der Park eine Neugestaltung, aber nicht im Sinne der alten sentimentalistischen Anlage. Der Kaufmann Kelbe war bestrebt, den Park für seine Zwecke wieder nutzbar zu machen. Repräsentation, Jagdrevier und Entspannung für die Familie waren seine Zielvorgaben. Dabei griff er auf die natürlichen Standortformen des Auewaldes zurück und bereicherte diese mit Aussichtspunkten, Blickbeziehungen und der Einbeziehung von Baumgruppen, Einzelbäumen sowie Nachpflanzungen. Genau diese Entwicklung soll aufgegriffen und daran anknüpfend zeitgemäß weiter geführt werden.

Deshalb wurde am 21.03.05 eine Arbeitsgruppe "Zweinaundorfer Park" im Heimat- und Kulturverein Mölkau gebildet. Ziel ist die verbesserte Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern der Stadt Leipzig für die Erhaltung, Pflege und Entwicklung des Parks und seines Umfeldes.

Die Eigentumsverhältnisse sind komplizierter geworden. Der Zweinaundorfer Park gehört der Stadt Leipzig. Das Gut mit dem Herrenhaus, den Stallungen und Nebengebäuden sowie dem Parkteil innerhalb der Umzäunung wurde privatisiert. Die umliegenden landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie die Parkwiesen wurden vom neuen Eigentümer zugepachtet. Mit der Bewirtschaftung des Parks ist von der Stadt Leipzig das Grünflächenamt - Abteilung Stadtforsten beauftragt. Die Initiative des Heimat- und Kulturvereins Mölkau - Patenschaft für den Zweinaundorfer Park - wird begrüßt und unterstützt! Territoriale Probleme und Anliegen unterschiedlicher Nutzer am Park sollen über die "AG Zweinaundorfer Park" vor Ort, natürlich in Abstimmung mit dem zuständigen Revierförster, Herrn Knorr, gelöst werden.

Für Okt. / Nov. 2005 sind Pflegemaßnahmen im Baumbestand vorgesehen. Auf der Grundlage unserer Konzeption zur Pflege, Erhaltung und Entwicklung sollen auch wertvolle Einzelbäume und die große Platanengruppe vorsichtig freigestellt werden. Die Kastanienreihe am Weg östlich der großen Parkwiese weist durch Überalterung Lücken auf und wird nachgepflanzt. Neue Überlegungen sind für die Pflege und Unterhaltung der Wege notwendig, da hierfür gegenwärtig kaum Mittel zur Verfügung gestellt werden können.

Die nächste Beratung der "AG Zweinaundorfer Park" ist am 27.06.05, 19 Uhr im ehem. Gemeindeamt Mölkau. Interessenten und auch solche für eine Mitarbeit in der AG sind herzlich eingeladen.

S. Kreusch, Heimat- und Kulturverein Mölkau, AG Zweinaundorfer Park


Ein Jahr Ehrenamt in der Mölkauer Bibliothek

Der Stadtratsbeschluss vom Dezember 2003 zur künftigen Bibliotheksentwicklung in Leipzig brachte für die Mölkauer Bibliothek die Schließung. Bedauern und Unverständnis gab es im Ortschaftsrat, in den beiden Mölkauer Schulen und bei den Bibliotheksnutzern. Einige Ortschaftsräte wollten sich dieser Tatsache nicht abfinden und suchten nach Möglichkeiten, die Bibliothek weiterzuführen. Am Ende vieler Beratungen übernahm der Heimat- und Kulturverein Mölkau die Trägerschaft für die Bibliothek. Sechs Frauen des Ortes erklärten sich bereit, die ausleihe wie bisher zu gewährleisten. Das war und ist sehr anerkennenswert. Sie stellen an den jeweiligen Ausleihtagen ehrenamtlich sieben Stunden ihrer Freizeit für die Leseinteressen der Mölkauer zur Verfügung.

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten wurde am 4. Mai 2004 die nunmehr ehrenamtlich geleitete "Bibliothek Mölkau" eröffnet. Der bisherige Bücherbestand konnte weiter genutzt werden. Da außer einer Mietfreiheit im ersten Jahr keine weiteren städtischen Mittel zur Verfügung stehen, konnten nur Dank Geldspenden neue Bücher erworben werden. Die günstige räumliche Lage der Bibliothek in der Grundschule wird weiterhin genutzt, um Schüler an Bücher, ans Lesen heranzuführen. Wir begrüßen die enger werdenden Kontakte zu den Schulleitungen und den Lehrkräften. Mit Klassenführungen und an Unterrichtszeiten bzw. Pausen angepassten Öffnungszeiten wollen wir auch weiterhin die Bildungs- und Erziehungsarbeit unterstützen.

Von einer regen Nutzung der Bibliothek durch Mölkauer Bürger sowie Grund- und Mittelschüler, aber auch von Geldspenden für die Anschaffung neuer Bücher wird das weitere Schicksal der Bibliothek beeinflusst.

Dr. H. Wagenbreth, Heimat- und Kulturverein Mölkau

Ein großes Dankeschön zum ersten Jahr sprechen wir den ehrenamtlichen Kräften der Bibliothek Mölkau Eva Jung, Anke Hille, Irene Gödicke, Waltraut Schindhelm, Inge Möller und Renate Michel aus. Wir wünschen ihnen weiterhin viel Freude bei der Ausübung des Ehrenamtes.

Robert Korff, Vorsitzender


Igelgeschwister in der Freiheit

Anfang Oktober vorigen Jahres stöberte die Mischlingshundedame "Biene" der Familie Kürschner im Laub etwas auf. Beim näheren Hinschauen entpuppte sich das Etwas als drei kleine Igel, die auf Grund ihres Gewichtes (etwa 120 g - 180 g)die kalte Jahreszeit nicht überstanden hätten. Nach einer kurzen Beratung mit Bekannten war man sich einig, dass diese Igel gut über den Winter kommen sollten. Sie wurden in einem ausgedienten Kaninchenstall untergebracht und fleißig gefüttert. Nach einem ausgedehnten Winterschlaf wurden sie Anfang April nun in die Freiheit entlassen, ihr Gewicht hatte inzwischen jeweils die 500-g-Marke überschritten. Wir hoffen, dass sie viele Kleinschädlinge vertilgen und nicht das Risiko einer Straßenüberquerung auf sich nehmen. So können sie sicher ein fröhliches Igelleben führen. Wir bedanken uns für die Tierliebe bei der Familie Kürschner und bei allen, die mit geholfen haben, den Igeln einen guten Start ins Leben zu bescheren.

Die Redaktionskommission
Die Igel kommen aus dem Winterquartier Das Erwachen aus dem Winterschlaf Die Igelmutti mit Biene


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