Mölkauer Gemeindeblatt November 2002

Liebe Mölkauerinnen, liebe Mölkauer

In unserer Ortschaftsratssitzung am 12.11.2002 hatten wir eine prall gefüllte Tagesordnung. Neu war, daß es diesmal einen "nicht öffentlichen Teil" gab. Seitens der anwesenden Gäste wurde dies eher mit Skepsis aufgenommen. Daher möchte ich an dieser Stelle erklären, daß die Aufgaben des Ortschaftsrates in der Sächsischen Gemeindeordnung und in der Hauptsatzung der Stadt Leipzig geregelt, und somit Anträge der Stadträte und Vorlagen des Oberbürgermeisters in nicht öffentlicher Sitzung zu behandeln sind.

Der zu unserer Sitzung eingeladene Leiter des Stadtordnungsdienstes Ost gab einen Überblick über die in Mölkau anstehenden Probleme hinsichtlich Ordnung und Sauberkeit unseres Ortsteils; und es wurde eingeschätzt, dass Mölkau kein "Problemfall" sei. In der Diskussion wurden u. a. Probleme wie fehlende Hundewiesen, Nichteinhaltung des Leinenzwangs, Mülltourismus und mangelnde Einhaltung von Anliegerpflichten angesprochen. Vorbeugend werden Streifendienste des Ordnungsdienstes durchgeführt, bestehende Mängel werden versucht, gemeinsam mit den Bürgern zu klären. Außerdem hat die Stadt Leipzig für ihre Bürger eigens ein "Ordnungstelefon" eingerichtet. Unter der Nummer: 1 23-88 88 kann man sich bei Unklarheiten kompetent beraten lassen bzw. auch Beschwerden abgeben.

Leider mußten wir uns in der letzten Zeit auch mit mehr oder weniger "kunstvollen" Graffitis an mehreren Gebäuden unseres Ortsteils beschäftigen. Hier erfolgen mittlerweile Ermittlungen durch die zuständigen Behörden.

Der Geschäftsführer der Leipziger Stadtreinigung, Herr Dr. Frank Richter, stand zu unserem nächsten Tagesordnungspunkt "Straßenreinigungssatzung" bzw. "Straßenreinigungsgebührensatzung" Rede und Antwort. Nach kurzer Einführung in die Satzung beantwortete er die aufgeworfenen Fragen der anwesenden Gäste. Der Ortschaftsrat hat in seinem nicht öffentlichen Teil, wie auch in der Diskussion bereits bekanntgegeben, den Satzungen nur mit folgenden Änderungen zugestimmt.
Die "Engelsdorfer Straße", die "Paunsdorfer Straße", die "Sommerfelder Straße" und die "Zweinaundorfer Straße", sollen nicht - wie in der Vorlage enthalten - 3 x bzw. 2 x wöchentlich, sondern nur 1 x wöchentlich; die "Gottschalkstraße", die "Karl-Friedrich-Straße" und der "Mühlweg" (ohne Anliegerstraße) sollen nicht wöchentlich, sondern eine vierzehntägliche Reinigung erfahren.

In den letzten Tagen wurde in der Zweinaundorfer Straße am Kreuzfriedhof mit den Instandsetzungsarbeiten des Fußweges begonnen. Hier kann man nur hoffen, daß uns der Herbst "milde" gestimmt ist, und die Arbeiten vor dem einsetzenden Frost beendet werden können.

Unsere letzte Ortschaftsrats-Sitzung in diesem Jahr wird am 17.12.2002, wieder wie gewohnt 19.00 Uhr - stattfinden, zu der ich Sie wie immer recht herzlich einlade. Die Tagesordnung wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Ich wünsche Ihnen eine schöne besinnliche Adventszeit, genügend Schnee zum Rodeln auf dem Tempelberg und keinen auf unseren Straßen,

Ihr Volker Woitynek, Ortsvorsteher


Übervolle Abfallbehälter in Mölkau !

Mit der allgemeinen Sauberkeit ist das schon so ein Problem in Mölkau! Nicht nur, dass man sich über den Unrat an den Straßenrändern oder an den Glascontainern ärgert, sondern auch darüber, dass die Abfallbehälter fast überlaufen. Nun gibt es ja einen Bauhof Engelsdorf / Mölkau, der für die Leerung der Abfallbehälter zuständig ist, dieses auch zuverlässig erfüllt. Dazu kommt die Beseitigung der wilden Deponien an Straßenrändern und Containerplätzen.
Was aber überhaupt nicht zu verstehen ist, die Abfallbehälter an den Bushaltestellen und im übrigen öffentlichen Bereich werden zunehmend für die Entsorgung des privaten Restmülls benutzt. Neben Kartoffel-schalen und Babywindeln (benutzte natürlich) findet man auch Kunststoffflaschen und Speisereste. Und das alles unter dem Vorzeichen, dass für den Abfall, den wir Menschen produzieren, von der Kommune entsprechende Sammelbehälter bereitgestellt wurden und dann auch regelmäßig geleert werden.
Für die Mitarbeiter des Bauhofes ist es sicher eine Zumutung, rücksichtslosen Bürgern unseres Ortes und auch Fremden, die mit diesem "Mülltourismus" nur Geld sparen wollen, die Entsorgung der privaten Abfälle noch abnehmen zu müssen. Alle Mölkauerinnen und Mölkauer sollten mitwirken, dass solchen Menschen das Handwerk gelegt wird. Setzen wir uns alle für ein sauberes und sicheres Mölkau ein.

Das meint der Ortschaftsrat Mölkau!


Die Mölkauer Angler im Herbsteinsatz

Der Angel-Fischer-Verein Mölkau 1990 e.V. führt zweimal im Jahr einen Arbeitseinsatz am "Dorfteich" an der Gottschalkstraße durch. Am 19. Oktober 2002 war das Treffen auf dem Parkplatz am Teich, durch den Vorsitzenden K.-H. Pohl wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Sechzehn Angelfreunde übernahmen die Arbeiten am Teich, diese waren das Abfischen mit dem Zugnetz, das Gewässer von Dreck sowie Unrat zu befreien und das Entenhaus winterfest einzulagern. Die zweite Gruppe von 23 Angelfreunden fuhr an unser Vereinsgewässer "Kiesgrube Kleinpösna" um eine Reinigung "Rund um den See" durchzuführen.
In Mölkau musste als Erstes mit dem Boot vom Angelfreund Adam das Entenhaus mit der Verankerung vom Teich geholt werden, danach abgewaschen und vom Entendreck befreit und zur Einlagerung für den Winter in den Schuppen gebracht werden. Anschließend konnte unser 45 m langes Zugnetz vor dem Schilf eingesetzt werden, rechts und links an den Seilen zogen je acht Angler vorsichtig das Netz über die unbefestigte Uferböschung in Richtung Mauer. Zwei Angelfreunde standen mit Wathosen brusttief im Wasser um das Netz von Gegenständen zu befreien bis endlich die Stelle am Auslauf erreicht war. Diese Prozedur wiederholte sich zweimal und wir konnten insgesamt 50 kg Fisch als "Ernte" verbuchen, es waren Plötzen, Rotfedern, Karauschen, Schleien und Giebel, auch 12 Goldfische waren dabei, die in den Teich zurückgesetzt wurden. Die übrigen Fische kamen in mit Frischwasser gefüllte Transportbehälter, sie wurden danach im Vereinsgewässer in Kleinpösna eingesetzt. Dort hatten inzwischen die 23 Angelfreunde fleißig den Müll und Unrat der Badegäste zusammengetragen und dabei 79 blaue Müllsäcke gefüllt.

Es ist sehr bedauerlich, dass an unserem Dorfteich immer wieder durch Vandalismus die Leuchten sowie der Springbrunnen samt Zuleitungskabel zerstört werden. Vor allem hat der Springbrunnen zwei Aufgaben, zum einen das gesamte Bild zu verschönen und zum anderen, das Wasser durch Umwälzung mit Sauerstoff anzureichern, und das sollte so bleiben.
Der "Dorfteich" ist ein Aufzuchtsgewässer, er darf nicht beangelt werden!

K.-H. Pohl, Vorsitzender


Graffiti - Schmierereien in Mölkau

Das, was wir uns bisher vor allem in der Stadt ansehen mussten, breitet sich nun immer mehr in Mölkau aus - die schlimmen Verunstaltungen von Wänden und Mauern. Erster Höhepunkt war die Beschädigung der Grundstücksmauer in der Engelsdorfer Straße gegenüber der Einmündung der Gutberletstraße. Nun die massive Beschädigung der neuen Turnhalle in der Schulstraße. Gerade zu dieser Turnhalle haben wir Mölkauer doch eine ganz besondere Beziehung.
Was sind das nur für Menschen, die sich ohne Rücksicht auf das Eigentum anderer mit Spraydose und fehlgeleiteter Phantasie in der Öffentlichkeit darzustellen versuchen? Ganz davon abgesehen, ob diese Schmierereien auch anderen gefallen.
Endlich wurde dem auch von offizieller Seite Rechnung getragen und die Graffiti-Schmierereien zum kriminellen Delikt erklärt - was sie schon immer waren! Man muss aber auch der Verursacher habhaft zu werden, damit sie ihre Strafe erhalten und den von ihnen angerichteten Schaden wieder gutmachen. Dank der Aufmerksamkeit von Bürgern bestehen schon konkrete Verdachtsmomente gegen Jugendliche. Nun kommt es darauf an, sie auf frischer Tat zu ertappen und der Polizei zuzuführen. Sollten Sie einen Sprayer bei seinem Tun beobachten, dann rufen Sie bitte sofort das für Mölkau zuständige Polizeirevier Nord-Ost in der Schongauer Straße an (Tel.: 0341/ 2552 024). Oder wenden Sie sich an unseren Ortspolizisten, Herrn Torge, wenn Sie einen Verdacht haben. Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt. Ohne die Mithilfe der Bürger kann das schandlose Handwerk der Sprayer nicht gelegt werden.
Es wird oft davon gesprochen, dass sie deshalb so handeln, weil ihnen die Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitgestaltung fehlen. Dieses Argument lassen wir für Mölkau nicht gelten. Jugendliche haben bei uns die Möglichkeit, sich im Jugendclub im ehemaligen Gemeindeamt zu treffen und dort ihre Freizeit sehr sinnvoll zu verleben. Außerdem stehen ihnen die unterschiedlichsten Vereine offen. Nicht zu vergessen die Freiwillige Feuerwehr Mölkau!

K.H.


Hobby oder Beruf ? Tiffany - Arbeiten aus Mölkau !

Adelheid Müller (59), eine Mölkauerin aus der Schubarthstraße, hat sich seit 20 Jahren der Tiffany - Technik verschrieben. Louis Comfort Tiffany war Sohn des bekannten Juwelen- und Silberhändlers Charles Lewis Tiffany aus New York und wurde vom Vater frühzeitig in die Welt der Kunst eingeführt. Bereits im Mittelalter kam die Kunst der Bleiglasfenster vor allem in Sakralbauten auf, die wollte Tiffany im 19. Jahrhundert wieder aufleben lassen. Zum Unterschied der Bleiverglasung, bei der die in Blei gefassten Gläser nur an den Eckpunkten verlötet werden und dadurch Stützschienen benötigen, wie das bei Kirchenfenstern üblich ist, wurden von ihm die geformten Flachglassegmente in Kupferfolie eingefasst und nach dem Zusammenfügen vollständig verlötet. Es entsteht auch heute noch ein fast stabiles Bild, was keine stützenden Elemente benötigt. In der kleinen Werkstatt der "Tiffanyjüngerin" entstehen Kunstwerke, die bereits auf vielen Ausstellungen oder auch Messen gezeigt wurden. Frau Müller begann mit ihrem Hobby zu einer Zeit, da es für diese Technik in der ehemaligen DDR das Material nicht in dem Maß gab, wie sie es für ihr Hobby brauchte und so wartete sie geduldig auf den Messegast oder auf eine Möglichkeit, eine Verwandte im "Westen" besuchen zu dürfen. Heute ist das natürlich ganz anders, es gibt an Material - farbiges Glas in allen Sorten -, was das Herz begehrt, es hat aber seinen Preis. So muss man schon für Tür- oder Fensterverglasungen sowie für Lampenschirme tiefer in den Geldbeutel greifen, aber auch Weihnachtssterne, Engel oder sonstige weihnachtliche Motive sowie Tischgewächshäuser für Sukkulenten gehören zum Angebot. Als Material verwendet sie meistens Uroborusglas, die Lieblingsfarbe ist "blau". Für die schweren Einbauten, wie Türen und Fenster chartert sich Frau Müller ihren Ehemann, der unterstützt sie und gibt ihr auch Ratschläge. Für sie gilt wirklich das Motto: "Ein Leben mit Tiffany"! Für ihr Schaffen wünschen wir alles Gute, viele Ideen und natürlich Erfolg.

Robert Korff, Heimat- und Kulturverein Mölkau


- Mölkauer Denkmale -
Die Hirschgruppe am Gasthof Zweinaundorf, letzter Teil
Von Siegfried Kreusch, Heimat- und Kulturverein Mölkau

Auf dem Hof von Elektromeister Wolfgang Burkhardt wurden in 2-jähriger freiwilliger Arbeit alle technischen Restaurierungsarbeiten vorgenommen. Der ursprünglich vorgesehene Termin für die Aufstellung der Hirschgruppe am 7.10.1983 konnte auf Grund der Kompliziertheit der Aufgabe nicht eingehalten werden.
Dr. Conrad Primke analysierte die Materialzusammensetzung und schuf damit die Voraussetzung für die Schweißarbeiten, die von ihm, Herrn Burkhardt und dessen Mitarbeitern durchgeführt wurden. Edgar Lange, Prof. Klaus Schwabe, Dr. Conrad Primke, Wolfgang Burkhardt und Siegfried Nievolik haben sich große Verdienste bei der Wiederherstellung der Hirschplastik mit über 1000 unentgeltlichen Arbeitsstunden erworben. Die gärtnerische Gestaltung lag in den Händen von Siegfried Kreusch. Der Grafiker Ulrich Forchner gestaltete ein Plakat zur Hirschplastik unter dem Titel "Phönix aus der Asche". Dem damaligen Bürgermeister Heinz Dienst, Barbara und Gerhard Reinhold, Kläre Peters, Ingrid Paschke, Sieglinde und Wolfgang Schenk und vielen hier nicht genannten ist es zu verdanken, dass mit der organisatorischen und finanziellen Sicherstellung die Restaurierung erfolgen konnte.
Endlich war es soweit, am 6. Oktober 1984 wurde die restaurierte Hirschplastik in der Aktion des Kulturbundes der DDR "Gepflegte Denkmale und ihre Umgebung" am neuen Standort vor dem Kulturhaus Mölkau der Öffentlichkeit übergeben. 1985 erfolgte durch den damaligen VEB Denkmalspflege Leipzig die Verkleidung des Sockels mit Sandsteinplatten, danach die landschaftsgärtnerische Gestaltung. Für die Bepflanzung wurden "wehrhafte" Gehölze, wie Feuerdorn und Berberitze gewählt, um die vom Material und der Struktur her empfindliche Plastik zu schützen.
Der neue Standort vor dem Kulturhaus Mölkau ergab sich aus der Tatsache, dass man damals im Jahr 1984 die restaurierte Figurengruppe nicht am alten Standort im verwahrlosten Gelände der Außenstelle des VEG Sommerfeld aufbauen konnte. Heute könnte man sich gut eine neue Plastik am alten Standort als Blickpunkt vom restaurierten Herrenhaus vorstellen. Es müsste ja keine Hirschgruppe sein.


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