Mölkauer Gemeindeblatt Mai 2004


Der Ortsvorsteher informiert:

Liebe Mölkauerinnen, liebe Mölkauer,

zunächst möchte ich über Aktuelles aus dem Stadthaus berichten.

Die finanzielle Lage der Stadt Leipzig war noch nie so schwierig wie heute. Ein dringend notwendiges Haushaltskonsolidierungskonzept soll auf den Weg gebracht werden. Der Stadtrat wird über notwendige Einsparungen in Höhe von 20 Millionen beschließen müssen. Aus dem Verwaltungs- und im Vermögenshaushalt muss jeweils die Hälfte der o. g. Summe aufgebracht werden.

Nach Sichtung der entsprechenden Unterlagen mussten wir feststellen, dass unter anderem das Geld für die Planung Feuerwehrgerätehaus für 2004 in Höhe von 105.000 dem Sparzwang zum Opfer fallen soll.

Daraufhin habe ich sofort ein Schreiben an den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und an die Damen und Herren Stadträte gesandt, dessen Inhalt ich Ihnen hiermit zur Kenntnis geben möchte: "... Bei allem Verständnis für notwendige Kürzungen und Sparmaßnahmen aufgrund fehlender Einnahmen der Stadt kann es nicht hingenommen werden, dass unter anderem die Position Haushaltstelle 1.131.940.002/0 - Feuerwehrgerätehaus Mölkau 105.000 gestrichen wird. Auch oder gerade wegen hochgesteckter Ziele unserer Stadt darf der Brandschutz nicht zu kurz kommen. Ich frage Sie, wie der verabschiedete Brandschutzbedarfsplan der Feuerwehren durchgesetzt werden soll, wenn es seit Jahren hingenommen wird, dass den Kameradinnen und Kameraden nicht die Mindestanforderungen an ordentlichen Arbeitsbedingungen in ihrem Ehrenamt geschaffen werden."

Somit sah sich der Ortschaftsrat kurzfristig gezwungen, einen Änderungsantrag zu stellen, damit die Position "Feuerwehrgerätehaus" nicht zum wiederholten Male dem Rotstift zum Opfer fällt. Folgender Antrag wurde eingereicht: "Die bereits seit mehreren Jahren verschobenen und sich nunmehr in der zweiten Planungsphase befindlichen Arbeiten zum Neubau des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Mölkau sind durch eine außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 105 T entgegen der in der Anlage 5 aufgeführten Streichung der Position "Haushaltsstelle" 1.131.940.002/0 - Feuerwehrgerätehaus Mölkau 105.000 zu sichern. Eine entsprechende Deckung soll durch Mittel aus dem Tiefbauamt erfolgen. Begründung: Die Notwendigkeit und Bedeutung eines Feuerwehrgerätehauses steht außer Zweifel und wird seit mehreren Jahren durch die Stadtverwaltung bekräftigt. Die erhöhten Anforderungen an die Kameraden wurden vom Stadtrat im kürzlich verabschiedeten Brandschutzbedarfsplan hervorgehoben. Die Durchsetzung dieses Planes ist illusorisch, wenn für die Kameraden nicht die Mindestanforderungen an Arbeitsbedingungen in ihrem Ehrenamt zur Verfügung stehen." Jetzt liegt es allein an den Damen und Herren Stadträten Prioritäten zu setzen.

Der Ortschaftsrat hat sich in den letzten Wochen mit der Neufassung der Polizeiverordnung beschäftigt, da diese nach 10 Jahren ihre Gültigkeit verliert. In der Zwischenzeit haben Gesetzesnovellierungen Tendenzen der Rechtssprechung und veränderte Lebenssachverhalte eine Überarbeitung notwendig gemacht. Neu aufgenommen wird unter anderem ein Ansprechverbot von Prostituierten mit dem Ziel, wirksamer als bisher auch gegen "Freier" vorgehen zu können, und unbeteiligte Passanten (insbesondere Frauen und Jugendliche) vor Belästigungen zu schützen. Wichtig ganz besonders die die schärfere Verfolgung illegaler Graffiti, Wildplakatierung und die Pflicht, Tierkot sofort zu beseitigen. Nach Verabschiedung der neuen Verordnung werde ich Sie an dieser Stelle detaillierter informieren.

In unserer Ortschaftsratssitzung am 20.04.04 wurde unter anderem auf das 100jährige Bestehen des SV Mölkau 04 in diesem Jahr aufmerksam gemacht. Anlässlich dieses Jubiläums hat sich der Ortschaftsrat dafür ausgesprochen, den Verein bei seinen Feierlichkeiten finanziell zu unterstützen. Über weitere Anträge unserer ortsansässigen Vereine auf Unterstützung soll in der nächsten Sitzung entschieden werden.

Zu unserer Mai-Sitzung wird ein Vertreter des Sport- und Bäderamtes kommen, der den Verwaltungsstandpunkt der Stadt Leipzig zur Zukunft unseres Sportplatzes erläutern wird. Wie den meisten bekannt ist, ist das Gelände des jetzigen Sportplatzes eine sogenannte Vorbehaltsfläche für Wohnungsbau.

Das Sanierungskonzept für den Zweinaundorfer Teich ist fertig. Dies soll ebenfalls in unserer nächsten Sitzung durch Vertreter des Amtes für Umweltschutz vorgestellt werden.

Die für diese Ausgabe angekündigte Vorstellung der Kandidaten für die Ortschaftsratswahl muss leider auf die nächste Ausgabe verschoben werden.

Ich hoffe, Ihnen in der nächsten Ausgabe positiv über die Entscheidung des Stadtrates berichten zu können,

P.S.: Neuste Nachrichten aus dem Stadtrat:

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 21. April unseren Änderungsantrag zum Haushaltkonsolidierungskonzept als Verwaltungsstandpunkt übernommen - wie von uns vorgeschlagen, wird eine außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigung erlassen. Das Haushaltssicherungskonzept wurde durch den Stadtrat verabschiedet.

Das heißt im Klartext: Die finanziellen Mittel für die weitere Planung unseres Feuerwehrgerätehauses werden zur Verfügung gestellt! Hoffentlich kann bald mit dem Bau begonnen werden.

Ihr Volker Woitynek, Ortsvorsteher


Ende gut - alles gut ?!

Am 2. April d.J. war es soweit, die Kommunalen Wasserwerke Leipzig hatten alle an der Reparatur der Transportwasserleitung Thallwitz - Leipzig beteiligten Firmen, aber auch Anwohner, Geschädigte und Helfer zum Abschluss dieser für die Mölkauer äußerst brisanten Reparaturmaßnahme eingeladen. Die Albrechtshainer Straße wurde "Am Klosterfeld" zu einem Festplatz mit Zelt umfunktioniert. Etwa 100 Mölkauerinnen und Mölkauer waren anwesend als Dr. Andreas Schirmer, technischer Geschäftsführer der Kommunalen Wasserwerke Leipzig, den Abschluss der Arbeiten doch mit etwas Stolz verkündete. Nach dem Letzten der drei Rohrbrüche am 21.01.04 trauten sich die Anwohner nicht mehr, ihr Heim zu verlassen, denn es war unklar, wann der nächste Schaden "ins Haus" stehen könnte. Diese Unsicherheit hatten die Bürger anlässlich der Ortschaftsratssitzungen immer wieder zum Ausdruck gebracht. In der Sitzung im Februar wurde von Vertretern der KWL zugesichert, dass die Arbeiten auf Grund dieser Unsicherheiten vorgezogen werden. Außerdem wurde der Straßenverkehr von der Albrechtshainer Straße fern gehalten.

Am 23. Februar 2004 begannen die Arbeiten. Ausgehend von einer Reparaturgrube an der Hermann-Sander-Straße wurden 170 m Rohrleitung im Rohreinzugsverfahren in Richtung Zielgrube "Am Klosterfeld" und 200 m in Richtung Zielgrube am "Handwerkerhof" repariert. In das Altrohr mit einem Durchmesser von 110 cm wurde dabei eine neue Gussleitung mit 90 cm Durchmesser eingeschoben, Kosten der Maßnahme 380.000 Euro. Die Erschwernisse nahmen die Anlieger gelassen, war doch das Ende der Arbeiten in Sicht und damit die Gefahr erneuter Überschwemmungen gebannt. Allerdings gab es unvernünftige Kraftfahrer, für die Verkehrsschilder keine Gültigkeit haben, die mit ihren Fahrzeugen durch die Baustelle fuhren, Fußwege benutzten oder beim Wenden großer Trucks Zäune und Fußwege zerstörten. Das gehört aber der Vergangenheit an. Nach nur sechs statt geplanten neun Wochen Bauzeit konnte die Baumaßnahme vorzeitig abgeschlossen werden.

Die Mölkauer freuen sich, dass die Arbeiten zügig vonstatten gingen und dass sie jetzt wieder ohne Sorgen ihre Häuser verlassen können. Den fleißigen Mitarbeitern der KWL sowie der Subunternehmen gilt der Dank dafür, dass die Aufgabe ohne Verzögerung abgeschlossen werden konnte. Umrahmt wurde die Veranstaltung mit Tänzen der Tanzgruppe des Horts Mölkau unter der Leitung von Frau Bottin. Die jungen Künstlerinnen waren sich nicht zu schade, den Straßenbelag als Bühnenboden anzuerkennen. Natürlich waren die Kostüme anschließend "reif" für die Waschmaschine. Den kleinen Künstlerinnen gilt der Dank ebenso wie Frau Bottin für Einstudierung der Tänze.

Ortschaftsrat Mölkau


Filmkulisse Bergfriedhof Mölkau

Anfang März wurde es auf dem Bergfriedhof lebendig. Ein Filmteam der Ottonia Media GmbH war mit Schauspielern, Technik und Kameras vor Ort, um hier zwei Szenen für eine Dokumentation über die Völkerschlacht zu drehen, die sich nicht mit den großen Militärs befasst, sondern mit dem Leid der "kleinen Leute". Bis in die Dunkelheit hinein wurden die Aufnahmen zum Teil mehrmals wiederholt. Trotzdem war der Mölkauer Friedhof der geeignete Ort für die Aufnahmen, die für den MDR gemacht wurden. Der Film wird im Rahmen einer Doku - Sendereihe mit dem Titel "Die Völkerschlacht bei Leipzig - Europa im Krieg" am 2. Mai 2004, 23.10 Uhr, vom Sender ARTE ausgestrahlt.

In diesem Zusammenhang informieren wir, dass auf dem Bergfriedhof die Arbeiten für die denkmalgerechte Sanierung des südlichen Zaunes begonnen haben. Durch die intensiven Bemühungen unseres Vereinsmitgliedes Wolfgang Miersch konnten bereits der alte Zaun demontiert und Teile des westlichen Zaunes repariert werden, es wurden auch schon vier Zaunsäulen gegossen, die mit kräftigen Männern noch auf den Friedhof bugsiert werden müssen. Außerdem wurde mit der Reparatur der östlichen Friedhofsmauer begonnen, diese Arbeiten werden von Reinhard Kabitzsch ausgeführt. Über den Fortgang der gesamten Arbeiten, zu denen die Spendengelder der Mölkauerinnen und Mölkauer eingesetzt werden, berichten wir nun regelmäßig im Mölkauer "Gemeindeblatt".

Robert Korff, Heimat- und Kulturverein Mölkau


Dreckecken in Mölkau

In loser Folge berichten wir im Mölkauer "Gemeindeblattes" über Dreckecken und illegalen Müllablagerungen in Mölkau. So wird von Schülern der Grund- und Mittelschule Mölkau die Wartezeit auf öffentliche Verkehrsmittel genutzt, um Getränkepacks, Kunststoffflaschen und -beutel, Einwickelpapier von Pausenbroten sowie Zigarettenpackungen auf dem Platz vor dem ehemaligen Gemeindeamt wild zu verteilen. Aber auch der Parkplatz an der Kirche ist in den Abendstunden zum Treffpunkt der autofahrenden Jugend geworden. Neben Gesprächen, gegen die sicher niemand etwas einzuwenden hat, laufen die Autoradios auf voller Lautstärke und der Platz wird am Ende eines solchen Treffens in einem trauurigen Zustand verlassen (siehe Bild). Sicher sollten sich alle Menschen an das Verursacherprinzip halten! D.h., dass jeder seinen Unrat selbst beseitigt, also mit nach Hause nimmt und ihn im haushaltgebundenen Restmüllbehälter entsorgt.

Ein weiteres Problem sind die mutwilligen Zerstörungen, die auch in Mölkau an der Tagesordnung sind. Schon vor geraumer Zeit wurde eine Betondiele des Steges über die Rietzschke in der Nähe des Kindergartens sicher durch kräftiges Schwingen zerbrochen. Ein trauriges Kapitel, zumal der Steg durch die Mölkauer genutzt wird, eine Reparatur ausgeschlossen ist, da ein solches Provisorium heute nicht mehr genehmigt würde. Außerdem fehlt natürlich das Geld, solche Zerstörungen zu beseitigen.

Ortschaftsrat Mölkau


Dieter Zimmer unterstützt Mölkauer Bibliothek

Dass die Mölkauer Bürger um den Erhalt ihrer Bibliothek kämpfen, hat sich in Schriftstellerkreisen bereits herumgesprochen. Auch der bekannte Autor Dieter Zimmer ist begeistert von soviel Bürgersinn und kommt deshalb aus Wiesbaden zu einer Lesung extra nach Mölkau.

Den Fernsehzuschauern ist Dieter Zimmer noch in guter Erinnerung aus den Zeiten, in denen er im ZDF-Wahlstudio die ersten Hochrechnungen verkündete. Viele erinnern sich auch an seine ZDF-Reportagen über Leipzig. Besonders hierzulande bekannt sind aber seine Romane "Für'n Groschen Brause", "Alles in Butter" oder "Das Hochzeitsfoto". Mit seinen Geschichten vom kleinen Thomas und Jugenderinnerungen hat Dieter Zimmer in zahlreichen Romanen und Erzählungen seiner Heimatstadt Leipzig ein literarisches Denkmal gesetzt.

Dieter Zimmer liest am Dienstag, dem 11. Mai 2004, 19 Uhr, im Ratssaal, ehm. Gemeindeamt Mölkau aus seinem neuesten Buch "Deutsches Allerlei".

und steht anschließend für Diskussionen und Gespräche zur Verfügung.

Wie bei der erfolgreichen Lesung von Erich Loest wird für die Veranstaltung kein Eintritt genommen, dafür sind Spenden für die Bibliothek erwünscht. Außerdem gibt es wieder einen Buchverkauf, dessen Erlös der Mölkauer Bibliothek zugute kommt und man kann sich die Bücher von Dieter Zimmer signieren lassen.

Der Heimat- und Kulturverein Mölkau, der den Abend organisiert, hofft, dass der Saal auch diesmal wieder aus allen Nähten platzt, damit die Politiker im Leipziger Rathaus begreifen, dass der kulturelle Kahlschlag endlich gestoppt werden muss!

Andreas J. Mueller, Heimat- und Kulturverein Mölkau


Kostenlose Führung und Autogrammstunde im Fotomuseum

Am 16. Mai 2004 gibt es Führungen, Gespräche und eine Autogrammstunde im Kamera- und Fotomuseum in Mölkau.

Von 16 - 17 Uhr führt Kerstin Langner durch den historischen Teil des Museums und der bekannte Fotograf Bertram Kober diskutiert mit den Besuchern über seine Arbeiten, die in der Ausstellung "Legitime Aspekte des Alltags" noch bis zum 30. Mai zu sehen sind. Dabei kann man sich auch den vorzüglichen Katalog, der im Verlag Faber und Faber (16 Euro) erschienen ist, von Bertram Kober signieren lassen.

Die Führung an diesem Nachmittag ist kostenlos, der Eintritt ins Museum kostet 3 Euro, für Kinder und Jugendliche 2 Euro. Das Kamera- und Fotomuseum befindet sich in der Mölkauer Gottschalkstraße 9.

Fotomuseum


Das Jahr 2004 - 100 Jahre Sportverein Mölkau 04

Aus diesem Anlass möchte der Mölkauer Sportverein in loser Folge seine Sportabteilungen vorstellen.
Heute: Die Abteilung Fußball

Mit dem Fußball begann der organisierte Vereinsport in Mölkau. In Zweinaundorf bestand zwar schon seit 1877 der Allgemeine Turnverein, aber beide Gemeinden wurden erst 1934 vereint. 1919 gründeten 30 junge Männer den Arbeitersportverein "Sportfreunde Mölkau". Gespielt wurde auf einer Wiese etwas außerhalb der damaligen Gemeinde an der heutigen Sommerfelder Straße. Da befindet sich auch heute noch der Sportplatz. Der Verein war Mitglied im Arbeiter Turn - und Sportbund. Die erste Herrenmannschaft spielte in der 2. Klasse. Später wurde noch eine zweite Herren - und Jugendmannschaft gegründet.

Die aktivsten Mitglieder waren die Sportfreunde Krause, Hase und K. Walter.

1922 kam es zum Zusammenschluss mit dem Fußballklub Urania 04 zu dem neuen Verein " Sportfreunde Urania 04 ". Es wurde ein großes Spielfeld angelegt. Das war etwas breiter, als das Jetzige. Dies war auch der Grund für den Zusammenschluss, da Urania sich in Leipzig (nähe Lipsius -, Oststraße) wegen vorliegender Bebauungspläne nicht erweitern konnte. Durch ansteigende Zuschauerzahlen kam man zu dem Entschluss, das Sportplatzgelände einzuzäunen. Da die Gemeinde Mölkau keinerlei finanzielle Unterstützung gab, musste ein Darlehen bei der Kredithilfe von 4000 Mark aufgenommen werden. In Eigenleistung von vielen hundert Arbeitsstunden wurde die gesamte Einfriedung des Sportplatzgeländes ausgeführt. (Sommerfelder Str., Dr.-W.-Külz-Straße sowie rechts und links zu den damaligen Grundstücken an der heutigen Zweinaundorfer Str. bzw. den Feldern, heute Siedlungshäusern).

Dabei stellte es sich heraus, dass das Darlehen noch weitere Möglichkeiten zu ließ. So wurde beschlossen mit dem Rest der Mittel bzw. den Zuschauererlösen ein Vereinshaus zu bauen. Es entstand ein Vorgänger der heutigen Gaststätte " Ecki's Welt " als damaliges Vereinshaus, das sich aber im Laufe der damaligen Zeit als zu klein und primitiv herausstellte und in ein paar Jahren später einem Neubau (1928/29) Platz machen musste. 1925 suchte der Verein Ballspielclub Sachsen 07 einen größeren Sportplatz. Den hatte Mölkau, man wurde sich einig. So entstand am 26. Oktober 1925 der Sportverein Amateure 04. Die Spielkleidung wurde nunmehr Weiß-Grün. Ein Jahr später (1926) schloss sich den Amateuren 04 noch der Fußballklub Victoria 1912 an. In diesem Jahr spielte der SV Amateure 04 als erster deutscher Arbeiterverein gegen eine italienischen Arbeiterfußballmannschaft, dem Fußballklub Mailand. Nach einem spannenden Spiel gewann Mölkau vor 8000 Zuschauern mit 1 : 0. Infolge gewachsener Mitgliederstärke und größerer zur Verfügung stehender Geldmittel konnte der Sportplatz erweitert werden. Es wurden Zuschauertraversen angelegt. Das Spielfeld erhielt eine Barriere und 1929 wurde das alte Vereinshaus abgerissen und ein neues, was der heutigen Gaststätte gleicht, errichtet. Im August 1928 wurde eine Hockeyabteilung gegründet. Im Jubiläumsjahr 1929, dem 25jährigen Bestehens des Vereins, zählte man 176 Mitglieder. Es spielten 5 Männer -, eine Senioren-, zwei Jugendmannschaften und eine Knabenfußballmannschaft sowie zwei Männerhockeymannschaften und eine Frauenhockeymannschaft.

Mit dem Regierungswechsel im Januar 1933 wurden durch die NSDAP in den Folgemonaten die Arbeitersportvereine aufgelöst. Deren Vermögen zog der Staat ein. Damit endete vorerst der Sportbetrieb in Mölkau. Später spielten NS-Jugendmannschaften als VfL Mölkau bis 1940 auf dem Sportplatz.

Rolf Altwein



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