Mölkauer Gemeindeblatt April 2003

Frühjahrsputz auf dem Mölkauer Bergfriedhof - Vertragsärzlicher Notfalldienst - Zahnärztlicher Notfalldienst an Wochenenden und Feiertagen - Notdienstplan der Apotheken - Sprechzeiten und Öffnungszeiten wichtiger Einrichtungen - Kostenlose und anonyme Beratung in kritischen Lebenslagen! - Mölkauer DRK-Team mal wieder Sieger! - Mölkauer Straßennamen, Thomas-Wagner-Straße - Der Ortsvorsteher informiert - Der Stünzer Park im Frühling - Freiwillige Feuerwehr mit umfangreicher Jahresbilanz - "Pickelhaube und Korsett", Historische Fotografien von 1890 bis 1930 im Kamera- und Fotomuseum - Bibliotheksinformationen - Kids und Jugend gegen Krieg! - Veranstaltungstipps des Seniorentreffs - Der SV Mölkau 04 gibt bekannt - Kirchliche Nachrichten


Liebe Mölkauerinnen, liebe Mölkauer

unsere März-Sitzung hatte eine Vielzahl von Top-Themen und war außerordentlich gut besucht. Kaum ein Stuhl war noch frei (natürlich gibt es immer noch ein paar Reservestühle!). Der Abend begann mit dem Thema "Weiterführung der Ortschronik?". Hierzu begrüßten wir Herrn Pfarrer i. R. Müller, bekannt als Forscher und Schreiber unserer Ortschronik. Der Ortschaftsrat strebt eine Weiterführung dieser an, auch wenn Mölkau "nur" Ortsteil ist. Leider wird Pfarrer Müller für diese Aufgabe nicht mehr zu Verfügung stehen, würde aber den Beginn unterstützen. Hier sind Sie einmal wieder gefragt! Wer hat Interesse an einer Mitarbeit, oder wer kann mit Episoden aus dem Ortsgeschehen beitragen? Gern greifen wir Ihre Anregungen auf. Ich stehe Ihnen für Rückfragen gerne während und außerhalb meiner Sprechzeit zur Verfügung.

Weiter begrüßten wir Herrn Moddemann als neuen Besitzer des Stadtgutes Mölkau, der uns über seine Vorstellungen zur Bewirtschaftung und Gestaltung des Gutes informierte. Der Ökobetrieb wird weitergeführt werden, es wird eine Bauernhofschule entstehen, in der Kinder an die Landwirtschaft herangeführt werden sollen; unter anderem sollen Versuchsfelder angelegt werden, das Restaurant wird weiter betrieben und kann auch für Veranstaltungen genutzt werden. Ein Reitsportverein wird hier einen festen Standort erhalten und sogar ein Kindergarten ist geplant. Die Vorbereitungen dazu haben bereits begonnen! Auch der Ökoladen wird wieder geöffnet. Eventuell soll auch ein kleines Museum entstehen. Unmissverständlich äußerte sich Herr Moddemann dahingehend, dass alle Aktivitäten und Vorstellungen betriebswirtschaftlichen Regeln unterliegen. Wir wünschen Herrn Moddemann und seinen Mitarbeitern dabei viel Erfolg, von dem wir als Besucher gerne profitieren wollen.

Der Jahresbericht 2002 unserer Freiwilligen Feuerwehr wurde durch den alten und neuen Wehrleiter, Herrn Andreas Schieferdecker, vorgetragen. Durch die Kameradinnen und Kameraden wurde im vergangenen Jahr ein riesiges Aufgabenpensum umgesetzt. Die 63 Mitglieder der Wehr (7 aktive Kameradinnen und 25 aktive Kameraden) wurden 181 Mal zu Einsätzen gerufen. Es wurden nicht nur Brände gelöscht, sondern man musste ausgelaufene Flüssigkeiten beseitigen, verschlossene Türen öffnen, Sturmschäden beseitigen, und nicht zu vergessen ist ihr Einsatz beim Jahrhunderthochwasser. Zu diesen Aufgaben kommt weiterhin, dass die Kameradinnen und Kameraden ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in einer ständigen Ausbildung festigen müssen. Unverständlich ist, dass es Probleme beim Ersatz von Einsatzkleidung und anderen Bekleidungsstücken gibt.

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen des Ortschaftsrates bei den Kameradinnen und Kameradinnen für ihre Arbeit bedanken. Ich hoffe, dass in diesem Jahr - wie von der Stadt Leipzig versprochen - nun endlich mit dem Bau des neuen Gerätehauses begonnen wird. Es ist höchste Zeit! Bei dem Bericht der Jugendwehr (17 Mädchen und Jungen) wurde vor allem das große Interesse an der Wehrarbeit hervorgehoben. Die Jugendwehr konnte im letzten Jahr 3 Neuzugänge begrüßen. Der Nachwuchs scheint gesichert. Der Ortschaftsrat wird die Arbeit der Jugendwehr interessiert verfolgen und mit seinen Mitteln unterstützen.

Eine tolle Situation gab es am Ende der langen Tagesordnung. Der Ortschaftsrat stimmte zwei Anträgen zu, den Verein "Brückenschlag" und die "Freiwillige Feuerwehr" aus seinen Brauchtumsmitteln finanziell zu unterstützen. Spontan spendete Herr Moddemann die gleichen Beträge an diese Vereine. Prima Geste! Bedanken möchte ich mich bei den Bürgern, die ihre Vorschläge für die Benennung der Straßen im neuen Wohngebiet zwischen Zweinaundorfer und Albrechtshainer Straße abgegeben haben. Der Ortschaftsrat hat beschlossen, die drei Straßen wie folgt zu benennen. "Morellenweg", "Zwetschgenweg" und "Haselnussweg".

Die Aprilsitzung musste leider kurzfristig ausfallen, sodass unsere nächste Ortschaftsratssitzung am 13. Mai 2003, wie immer 19.00 Uhr, und öffentlich, stattfindet. Einen schönen Start in den Wonnemonat Mai wünscht Ihnen

Ihr Volker Woitynek, Ortsvorsteher


Der "Stünzer Park" im Frühling

Der Seniorentreff der Volkssolidarität veranstaltet gemeinsam mit dem Heimat- und Kulturverein Mölkau am 1. Mai 2003 eine Wanderung durch den Volkshain Stünz, so die ursprüngliche Bezeichnung der Parkanlage die bis an die Westseite unserer Ortschaft heran reicht.

Treffpunkt ist am 1. Mai, 14.30 Uhr an der Bushaltestelle "Pommernstraße" (Pflaumenallee). Eingeladen sind alle Bürger - Jung und Alt -, die Interesse an der Gestaltung und am Frühlingserwachen in dieser mehr als hundertjährigen Parkanlage haben. Der Weg führt uns über die Pflaumenallee zum Teich, kreuz und quer durch den Park und endet in der Ortslage Mölkau am Stünzer Weg.

Der Charakter des Parks, der Baum- und Strauchbestand sowie die Frühjahrsblüher werden vor Ort erläutert und gemeinsam bestimmt. Bis es soweit ist, möchte ich hier schon einige Informationen zur Entstehung und zur Einweihung des Parks geben.

Die Stadt Leipzig war schon immer um eine fortschrittliche und systematische städtische Grünflächenplanung bemüht. Begonnen wurde mit den Ringwallanlagen um das alte Stadtzentrum, die als Grünfläche zur Erholung, aber auch zur städtischen Gliederung und zur Aufnahme des Verkehrs gedacht waren, auch heute sind diese noch gut zu erkennen. Es wurde auch von den Stadtvätern sehr bald erkannt, dass mit dem raschen Wachsen der Stadt nach 1870 die städtischen Grünflächen nicht Schritt gehalten hatten. Die "handarbeitende Klassen" in ihren dicht bebauten Wohnvierteln sollten genauso Erholungsstätten im Grünen geboten werden, wie sie in den reicheren Stadtteilen zur Genüge vorhanden waren. Mit dem fortschrittlichen Gedankengut wurde angestrebt, den Körper durch Sport, Spiel und Gartenarbeit gesund zu erhalten. Gleichzeitig wurde aber die Parkphilosophie bewahrt, die Seele dabei durch angenehme Bilder laben zu wollen.

Bereits 1894 war der Sellerhauser Volkspark als Volksgarten für die Bevölkerung im Osten der Stadt angelegt worden. Dort sollte sich eine "größere Zahl Einwohner auf einmal aufhalten können, ohne sich beengt zu fühlen"! Im gleichen Jahr schlägt der Bürgermeister Dr. Tröndlin den Beginn der Ausführung des Volkshain Stünz vor. Mit der Durchführung wurde der Gartendirektor Wittenberg beauftragt. Es vergingen jedoch einige Jahre bis zur Realisierung. Der Park liegt auf Flurstücken der ehemaligen Gemeinde Stünz, die erst, oder aus Mölkauer Sicht schon, 1918 eingemeindet wurde. Die Einweihung des Volkshain Stünz erfolgte am 16. September 1898. Ab der Aufforderung zum endgültigen Beginn der Gestaltungsarbeiten seitens der Stadt Leipzig bis zu ihrem Ende standen dem privaten Auftragnehmer 240 Tage zur Verfügung. Für jeden Tag der Versäumnis konnten vom Rat 10 Mark der Vertragssumme einbehalten werden. Am 17. und 18. September 1898 wird ausführlich im Leipziger Tageblatt über die Einweihungsfeier berichtet.

Danach fuhren bei prächtigem Herbstwetter Vertreter des "Stadtverordnetencollegiums" und des Rates der Stadt mit Herrn Oberbürgermeister Dr. Georgi und Gartendirektor Wittenberg, insgesamt 70 Herren in drei Wagen der Leipziger Straßenbahn bis nach Anger-Crottendorf und gingen von da aus zu Fuß in 15 Minuten zum Volkshain. Sie wurden vom gesamten Stünzer Gemeinderat nebst Pfarrer mit Musik empfangen. Die Häuser von Stünz waren zu diesem festlichen Ereignis mit Fahnen geschmückt, viel Bürger waren erschienen.

Auf dem Hügel nahe des Teiches hielt der Pfarrer eine Rede im Namen der Gemeinde Stünz. Er dankte der Stadt Leipzig für die "freundliche weitschauende Fürsorge, die in der Stünzer Flur einen so lieblichen Platz, herrliches Idyll, wohl ein Musterstück gärtnerischer Kunst anlegen ließ ....".

Nach einem dreifachen "Hoch" auf die anwesenden Vertreter der Stadt ergreift Dr. Georgi das Wort und erläutert die Absicht der Stadt, dass diese Anlage recht Vielen zugute komme und auch in Zukunft des Schutzes der Gemeinde bedürfe. Daraufhin wurde die Anlage besichtigt und "allseitig" deren Schönheit anerkannt. Der Gang endete vor dem Friccius-Denkmal, an dem erneut von Dr. Georgi eine Rede gehalten wurde. Die Einweihungsfeier fand ihren Fortgang an gegenüber dem Denkmal aufgestellten Tafeln. Dort wurde den Gästen ein Imbiss und Bier gereicht, es folgte eine Dankesrede der anderen, aufgenommen mit lebhaften "Hochs".

Und so wurde das Ende beschrieben: "Als die letzten Strahlen der Sonne verschwunden waren und als über das landschaftliche Bild von bestrickendem Reiz sich die Dämmerung zu legen begann, traten die Teilnehmer den Heimweg an". Heute wird im Auftrag der Stadt Leipzig der Volkshain Stünz vom Grünflächenamt bewirtschaftet. Lassen wir uns von der Schönheit der Natur bei unserem Rundgang durch den Stünzer Park am 1. Mai 2003 überraschen. Sie sind alle herzlich eingeladen!

Siegfried Kreusch, Heimat- und Kulturverein Mölkau


Fotos aus dem Gemeindeblatt April 2003

Historische Fotografien im Kamera- und Fotomuseum Historische Fotografien im Kamera- und Fotomuseum FFw mit umfangreicher Jahresbilanz
FFw mit umfangreicher Jahresbilanz FFw mit umfangreicher Jahresbilanz Frühjahrsputz auf dem Mölkauer Bergfriedhof
Frühjahrsputz auf dem Mölkauer Bergfriedhof Frühjahrsputz auf dem Mölkauer Bergfriedhof Der Stünzer Park im Frühling


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