Mölkauer Gemeindeblatt März 2003

Liebe Mölkauerinnen, liebe Mölkauer

Zu Beginn dieses Monats hat es bei unserer Freiwilligen Feuerwehr eine Wahl der neuen Wehrleitung gegeben. In Verbindung mit der Jahreshauptversammlung wurden der Wehrleiter, sein Stellvertreter sowie der Leiter der Jugendwehr gewählt. Alter und neuer Wehrleiter ist Kamerad Andreas Schieferdecker, sein Stellvertreter Kamerad Horst Spahn, ebenso bestätigt der Leiter der Jugendwehr, Kamerad Marko Horn. An dieser Stelle nochmals meine herzlichsten Glückwünsche, viel Erfolg bei der weiteren Arbeit, auch im Namen des Ortschaftsrates. In unserer nächsten Ausgabe des Gemeindeblattes werde ich Sie über die Jahresberichte der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendwehr informieren.

Leider musste der Tagesordnungspunkt unserer Ortschaftsratssitzung im Februar zum "Stadtgut Mölkau" verschoben werden, so dass ich auch hierzu erst in der nächsten Ausgabe berichten kann.

Am 06.02.2003 fand im Jugendklub ein "Runder Tisch" statt. Eingeladen hatte hierzu Stadtrat und gleichzeitig Moderator des "Runden Tisches", Friedrich Magirius. Neben vielen Jugendlichen unterschiedlichster Altersgruppen (Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Mölkau, sowie Besucher des Jugendklubs) nahmen auch Vertreter des Jugendamtes, Vertreter des Stadtrates und Lehrer teil. Auch interessierte "reifere" Mölkauer nahmen das Dialogangebot an. Kritisch wurde die Personalausstattung des Jugendklubs angesprochen. Im Klub ist neben der pädagogischen Leiterin nur ein Mitarbeiter (ABM) beschäftigt. Der Antrag des Vereins auf eine weitere Stelle wird noch einmal geprüft. Unverständnis löste bei den Jugendlichen aus, dass der neue Sportplatz an der Turnhalle nicht für Freizeitsport genutzt werden kann. Man wird seitens des Schulverwaltungsamtes prüfen, ob eine Öffnung dahingehend möglich werden kann.

Nicht alles konnte zu diesem Treffen geklärt werden, vieles wurde nur diskutiert, Ärger wurde Luft gemacht - aber ein Anfang sollte es sein, den Jugendklub nicht nur als "lauten Mieter" des ehemaligen Gemeindeamtes Mölkau anzusehen. Der Jugendklub hat sich im übrigen an diesem Abend bereit erklärt, sich der Bushaltestellen im Ort anzunehmen und diese sauber zu halten und plant auch eine Gestaltung derselben. Schauen wir mal.

In der letzten Ortschaftsratssitzung wurde die Wichtigkeit der Schaffung eines Radweges zwischen Karl-Friedrich-Straße und Ortseingang Holzhausen diskutiert. Im Radwegekonzept der Stadt Leipzig ist diese Variante bereits enthalten. Gemeinsam mit dem Ortschaftsrat Holzhausen wird ein entsprechender Antrag an die Stadt gerichtet werden, um diese Unfallquelle baldmöglichst behoben zu haben. Ferner wird es auch eine Prüfung dahingehend geben, die Karl-Friedrich-Straße bis zum Ortsausgang auf 30 km/h zu begrenzen.

Die im letzten Jahr begonnene Vorplanung für den Straßenneubau der Gustav-Scheibe-Straße musste zwischenzeitlich aus finanziellen Gründen eingestellt werden. Die Anwohner und der Ortschaftsrat werden rechtzeitig durch das Tiefbauamt der Stadt Leipzig informiert, wann mit der Weiterführung des Projektes zu rechnen ist. Hoffen wir, dass bald wieder genug Euros dafür im Stadtsäck'l sind!

Unsere nächste Ortschaftsratsitzung wird am 08.04.2003 - wie immer 19.00 Uhr und öffentlich - stattfinden. Die aktuelle Tagesordnung können Sie ab dem 01.04.03 dem Aushang entnehmen.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Start in den Frühling - denken Sie beim Frühjahrsputz nicht nur an Fenster und Gardinen...!

Ihr Volker Woitynek, Ortsvorsteher


Mölkau - Eine historische und städtebauliche Studie

Unter diesem Titel veröffentlicht der Verlag PRO LEIPZIG e.V. einen Querschnitt durch die Geschichte von Mölkau, bis 1998 eigenständige Gemeinde am Stadtrand von Leipzig. Mit viel Mühe und Sachkenntnis wurden Recherchen zur Geschichte, aber auch zur Architektur der Gebäude und zur früheren Kommunalpolitik des Ortes angestellt. Es entstand eine Broschüre, in der sich die Mölkauer und Zweinaundorfer wiederfinden und die ein Stück Ortsidentität bewahrt.

Bilddokumente aus Archiven sowie aus der Gegenwart sind eine Bereicherung des Heftes. Dieses Werk ist ebenso wie die Broschüre "Zweinaundorf" eine Ergänzung zu den bestehenden Heimatbüchern von Emmerich/Rosenbaum (1937) und Müller/Wagenbreth (1999), es sollte in keinem Mölkauer/Zweinaundorfer Haushalt fehlen. Erhältlich ist die Studie ab Ende März zum Preis von 8 bei den bekannten Vertriebsstellen Anita Nebe, Lebensmittel und Haushaltwaren, Zweinaundorfer Str. 233 und bei der Buddelkiste Behrens, Engelsdorfer Str. 33.

Im Übrigen, wir laden zu einer Buchlesung, in der beide Broschüren vorgestellt werden, für den Donnerstag, den 3. April 2003 in den Ratssaal des ehemaligen Gemeindeamtes Mölkau ein. Beginn 19 Uhr, zeitiges Kommen sichert gute Plätze.

Heimat- und Kulturverein Mölkau


Arbeitseinsätze auf dem Mölkauer Bergfriedhof

In der vorherigen Ausgabe des Mölkauer "Gemeindeblattes" wurde über die Initiative der Mölkauer Schülerinnen und Schüler berichtet, auf dem Bergfriedhof Arbeiten zu verrichten, die zur Verschönerung des Anwesens führen sollen. Dazu sollen auch Spenden gesammelt werden, was in der nächsten Zeit erfolgen soll. Die Sammlungsgenehmigung des Ordnungsamtes der Stadt Leipzig liegt vor und so werden in der nächsten Zeit freiwillige Spendensammler mit Originalspendenlisten und Sammlerausweisen unsere Bürgerinnen und Bürger aufsuchen und um Geldspenden bitten. Achtung! Die Sammellisten und Ausweise tragen die Originalunterschrift Robert Korff. Die Spendengelder werden ausschließlich für die Pflege und Erhaltung des historischen Bergfriedhofes Mölkau verwendet. Wir hoffen, dass viele Mölkauerinnen und Mölkauer diesem Aufruf folgen und den Sammlern Spenden übergeben. Für größere Geldbeträge können auch Zuwendungsbestätigungen für das Finanzamt ausgereicht werden. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, Tel.: 0341 / 6515826.

Im März werden auf dem Bergfriedhof drei Arbeitseinsätze durchgeführt, und zwar am 24. / 27. und 31. März von 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr oder auch länger! Wer Zeit und Interesse hat, kann sich beteiligen, bitte bringen Sie Arbeitsgerät für gärtnerische Arbeiten (Rechen, Hacke oder Spaten) mit. Wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung!

Heimat- und Kulturverein Mölkau & Kirchgemeinde Mölkau


DRK - Ortsverein zieht um

Neues Domizil in Holzhausen wird gerade hergerichtet

Seit 19955 gehört der Ortsverein Mölkau des Deutschen Roten Kreuzes zu den festen Bestandteilen des Mölkauer Gemeindelebens. In all den Jahren leistete und leistet das Rote Kreuz mit seinen freiwilligen Helfern der Bereitschaft Hilfe im Zeichen der Menschlichkeit auch in Mölkau. So zum Beispiel in den Bereichen Bevölkerungsausbildung in Erster Hilfe, sanitätsdienstliche Absicherung von Veranstaltungen, Mitarbeit im zivilen Katastrophenschutz und Jugendarbeit / Jugendrotkreuz.

Im Standort der Mölkauer Einsatzeinheit im alten Feuerwehrgerätehaus Zweinaundorf stehen derzeit drei Rettungsfahrzeuge des Sanitätszuges Leipzig Land mit denen die Mölkauer Sanitäter im Alarmfall ausrücken. Aufgrund Eigenbedarfes der Mölkauer Feuerwehr muss das Rote Kreuz das Gebäude zum 31.03.2003 leider räumen. Ein neues Domizil wurde in der Arthur-Polenz-Straße in Holzhausen gefunden und von DRK-Kreisverband bereits erworben. Die Ausbaumaßnahmen sind im Moment in vollem Gange, so dass vor allem im Hinblick auf eine kontinuierliche Gewährleistung der Einsatzbereitschaft und der Fortführung der ehrenamtlichen Aufgaben optimistisch in die Zukunft geschaut werden kann.

Die Kameraden freuen sich auf ihr neues Objekt, blicken aber aufgrund des Abschiedes aus Mölkau auch mit einem weinendem Auge auf die vergangenen Jahre zurück. Der Nachbarort Holzhausen ist allerdings nicht aus der Welt und die Aktivitäten des Roten Kreuzes werden unsere Ortschaft auch weiterhin erfassen.

Daniel Hillert


Ein Straßenname - woran soll er uns erinnern?

Die Geschwister-Scholl-Straße - jetzt Sophie-Scholl-Straße - erinnerte uns am 18. Februar an folgenschwere Ereignisse. An jenem Tag im Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl bei ihrer letzten Flugblattaktion gegen den Krieg in der Münchner Universität gemeinsam mit Christoph Probst aus der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" verhaftet und am 22. Februar 1943 vom sogenannten Volksgerichtshof unter dem Vorsitz des berüchtigten Roland Freisler zum Tod unter dem Fallbeil verurteilt.

Die Aktionen gegen den Krieg begannen bereits im Juni 1942. Zu dem Kreis der Geschwister Scholl gehörten bzw. sympathisierten u.a. Willi Graf, Jürgen Wittenstein, Prof. Karl Huber (Kulturwissenschaftler), Joseph Söhngen (Buchhändler), Wilhelm Geyer (Maler) und Manfred Eickemeyer (Architekt). Mittels großangelegter Flugblattaktionen versuchten sie die deutsche Bevölkerung zur Beendigung des Krieges aufzurütteln. So wurde am 21./22. Januar 1943 ein "Aufruf an alle Deutschen" verfasst und 2000 Exemplare in Ulm, Freiburg und Bonn von Willi Graf in den jeweiligen Universitäten verteilt. Gleichzeitig begannen die Geschwister Scholl und der Medizinstudent Alexander Schmorell per Post in den Städten Salzburg, Linz, Wien und München Flugblätter zu verbreiten. Erste Reaktionen gab es in der Münchner Universität. Dabei wurden 29 Studenten verhaftet.

Mitte Februar 1943 verfassten die Geschwister Scholl mit anderen Gleichgesinnten das sechste Flugblatt - es sollte das letzte sein! Gedruckt wurden ca. 3000 Exemplare, wovon ein großer Teil im Lichthof der Münchner Universität abgeworfen wurde. Bei dieser Aktion wurden die Geschwister Scholl und Christoph Probst verhaftet und zum Tode verurteilt.

Zur Erinnerung an diese Ereignisse haben Mitglieder der PDS die Mittel für einen Unterhänger für das Schild "Sophie-Scholl-Straße" gespendet.

Der 18. Februar ist aber auch mit einem anderen mahnenden Geschehen verbunden. An diesem Tag rief der faschistische Propagandaminister Goebbels zum "totalen Krieg" auf. Die gegenwärtigen Geschehnisse in der Welt zwingen die Menschen erneut zur Entscheidung für den Frieden, gegen den Krieg.

Dr. Hildegard Wagenbreth, PDS-Basisgruppe Mölkau


Die Entwicklung des Faustballspiels in Mölkau

Heute möchte der Sportverein Mölkau 04 seine Abteilung Faustball vorstellen. Diese Ballspielart wurde in Mölkau/Zweinaundorf schon lange gespielt. Bereits die Zweinaundorfer Turnerschaft (gegr. 1877) hatte diesen Sport in ihrem Programm. Mit dem II. Weltkrieg endete deren Vereinsleben.

Als 1949 aus dem Grabeland der Sportplatz an der jetzigen Stelle Sommerfelder Straße neu entstand, fanden sich Mitarbeiter des Thriumphator-Werkes zusammen (R. Nitzel, H. Gaßmus) und gründeten eine Faustballsektion. Der erste Gegner war die Engelsdorfer RAW - Feuerwehr. In den fünfziger Jahren spielte man in der 3. Kreisklasse. Leider gab es des öfteren Besetzungsprobleme, Fußballer mussten immer wieder aushelfen (Max Röder u.a.), deshalb bemühte man sich um Verstärkung. Ab 1963 kamen u.a. die Sportfreunde R. Isaacson, B. Harnisch, K. Fickert und M. Hoffmann dazu. Auch wurde jetzt mehr leistungssportlicher trainiert. So entwickelte sich die Sektion kontinuierlich nach vorn. Bald gab es zwei Frauen- und drei Herrenmannschaften. Ab 1966/67 wurden zwei Jugendmannschaften durch Übungsleiter Klaus Fickert trainiert und betreut. Auch leistungsmäßig gab es eine sehr gute Entwicklung. Aus der 3. Kreisklasse arbeitete sich die 1. Mannschaft bis in die DDR-Liga hoch. Ganz knapp wurde das Qualifikationsspiel zur DDR-Oberliga verloren. Im 1971 musste die Jugendarbeit leider eingestellt werden, weil sich kein neuer Übungsleiter fand. Dies zog natürlich schlimme Folgen nach sich, denn ohne Jugendmannschaft durfte nicht in der DDR-Liga gespielt werden. Demzufolge wurde man in die Bezirksliga zurückgestuft. Auch verjüngten sich die Teams leider nicht wesentlich, übrigens ein Zustand bis in die heutige Zeit, sodass mit dem Älterwerden die weiteren sportlichen Erfolge immer die gleichen Spieler in den jeweiligen Altersklassen 40, 50 und 60 erzielten. Trotzdem muss eingeschätzt werden, dass ständig sehr gute Resultate erspielt wurden.

Ab 1980 wurde die AK 40 dreimal DDR-Beste, ab 1990 mehrmals Sachsenmeister. Die AK 50 wurde 1996 Süddeutscher Meister, was 1997 wiederholt wurde. 1996 spielte man mit um die Deutsche Meisterschaft und belegte den 5. Platz (1997 wurde der 10. Platz erreicht). Die Faustballmannschaften nahmen viermal an den Turnfesten teil. 1986 in Leipzig (Platz 1 und 2), 1994 in Hamburg (als einziges Team aus den neuen Bundesländern) mit dem 2. Platz. 1998 in München (Platz 5) und 2002 in Leipzig mit dem 2. Platz, knapp mit einem Punkt unterlegen.

Solche Erfolge schweißen Sportfreundschaften zusammen. In der Abteilung wird ein sehr guter kameradschaftlicher Geist gepflegt. Ein Wermutstropfen ist es leider, dass mit dem Älterwerden der Sportler trotz aller Erfolge der Faustball in Mölkau einmal aufhört zu bestehen. Diese Entwicklung kann unterbrochen werden, wenn sich jüngere Menschen für die Sportart begeistern lassen würden. Auskünfte erteilt

Rolf Altwein


Bei einem Vortrag in Schkeuditz zum Thema Mobilfunk gehört...

In den letzten Jahren schossen sie wie Pilze aus der Erde - Mobilfunksendeanlagen. Sie stehen mitten in Wohngebieten, in der Nähe von Kindergärten, Schulen und auf Betrieben. Gleichzeitig wird durch Ärzte und Bürger eine erschreckende Zunahme von Befind-lichkeitsstörungen (Konzentrations- und Schlafstörungen, Nervosität, innere Unruhe, Verspannung, chronische Erschöpfung, Kopfschmerzen, Ohrgeräusche...) aber auch schwerste Erkrankungen ( Schlaganfall, Herzinfarkt, Epilepsie, Blutdruckentgleisun-gen, Krebs, Multiple Sklerose,...) auch bei jüngeren Menschen festgestellt. (Freiburger Appell).

Mobilfunksendeanlagen strahlen 24 Stunden am Tag. Die gepulste elektromagneti-sche Strahlung durchdringt Häuser, Fahrzeuge, selbst dickste Mauern und natürlich den Menschen. Schon durch die Strahlung bei einem Handytelefonat wird die Blut- Hirn- Schranke geöffnet und Schadstoffe können ungehindert in das Gehirn eintreten und dort möglicherweise Nervenzellen zerstören. Diese Wirkung wurde in Schweden bei Versuchen mit Ratten nachgewiesen.

Im übrigen gibt es eine freiwillige Selbstverpflichtung der Mobilfunkbetreiber in Deutschland zur Meidung sensibler Bereiche (Nähe zu Schulen, Kindereinrichtun-gen...). Leider ist diese Vereinbarung nicht das Papier wert auf dem sie steht. In Leipzig befindet sich neben nahezu jeder Kindereinrichtung eine Sendeanlage...

Für weitere Informationen stehe ich Ihnen am 24. und 31.03.03 in der Zeit von 17-19 Uhr im Wartebereich vor dem Bürgeramt im ehem. Gemeindeamt Mölkau zur Verfügung.

Sylvia Ohlwein


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